Aufs Huhn gekommen

Ulrike und Reinhold Schott planen Hühner-Haltungsgemeinschaft in Bad Hersfeld

Sind schon lange begeistert von der Hühnerhaltung im Garten: Reinhold und Ulrike Schott aus Bad Hersfeld wollen nun andere Tierfreunde unterstützen.
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Sind schon lange begeistert von der Hühnerhaltung im Garten: Reinhold und Ulrike Schott aus Bad Hersfeld wollen nun andere Tierfreunde unterstützen.

Um Anfänger in der Hühnerhaltung zu unterstützen, wollen Reinhold und Ulrike in Bad Hersfeld eine Hühner-Haltugsgemeinschaft gründen.

Bad Hersfeld – Ulrike und Reinhold Schott sind aufs Huhn gekommen. Seit 17 Jahren halten die beiden Hühner in ihrem Garten am Frauenberg mitten in Bad Hersfeld.

Sie schätzen nicht nur, dass sie jederzeit frische Eier von artgerecht gehaltenen, glücklichen Hühnern haben, sie freuen sich auch an der Gesellschaft des Federviehs. Im Sommer auf der Terrasse sitzen und den Hühnern zugucken sei total beruhigend, sagt Ulrike Schott. „Ein Leben ohne Hühner ist möglich, aber sinnlos“, scherzt Reinhold Schott und erzählt, wie er den Hahn Caruso vor einem Habicht gerettet hat. „Seitdem sind wir dickste Freunde.“

Ulrike Schott findet es dagegen faszinierend, wie der Hahn seine Hühner beschützt und für sie sorgt. „Er schiebt ihnen immer die besten Brocken zu und frisst dann selber, was übrig bleibt“, erzählt sie.

Mit ihrer Liebe zu Hühnern sind die Schotts nicht alleine. Immer mehr Menschen haben den Wunsch, sich selbst zu versorgen und auf natürliche, selbst erzeugte Lebensmittel zurückzugreifen, sagt Ulrike Schott. Gerade die industrielle Hühnerhaltung werde abgelehnt. „Hühnerhaltung im eigenen Garten ist daher im Kommen“, haben die Schotts festgestellt. Sie wissen aber auch, dass es nicht damit getan ist, einfach irgendwo ein paar Hühner zu kaufen und loszulegen.

Hühner benötigen ein ausreichend großes Gehege mit Flächen zum Scharren und zum Picken, das möglichst rundum eingezäunt sein sollte, um sie vor Fuchs, Marder, Waschbär oder Habicht zu schützen. Gegen Raubvögel ist auch ein über das Gehege gespanntes Netz sinnvoll.

Hühner brauchen ein Hühnerhaus, in dem sie nachts eingeschlossen werden, sie müssen bei der Tierseuchenkasse angemeldet und regelmäßig geimpft werden. Zur naturnahen Hühnerhaltung gehört auch ein Hahn, dessen Krähen möglicherweise den Nachbarn nicht gefällt. „Nicht alle haben so tolerante Nachbarn wie wir“, sagt Ulrike Schott.

Um Anfänger in der Hühnerhaltung zu unterstützen, wollen die Schotts jetzt eine Private Hühner-Haltugs-Gemeinschaft (PHHG) gründen. Ein geeignetes Grundstück etwas außerhalb von Bad Hersfeld haben sie bereits gefunden und auch schon Material für die Umzäunung besorgt. Jetzt suchen sie etwa zehn Interessenten, die sich an Arbeit, Kosten und natürlich Ertrag in Form von Eiern beteiligen wollen.

Dabei geht es nicht darum, so betont Ulrike Schott, möglichst viele billige Eier zu bekommen. Die Hühner sollen natürlich leben dürfen, bis sie von alleine sterben und nicht nach ein oder zwei Jahren als Suppenhuhn im Kochtopf landen. Dass der Eierertrag mit dem Alter nachlässt, wird in Kauf genommen.

Die Mitglieder der Hühnerhaltungsgemeinschaft kümmern sich abwechselnd um das Füttern und die Eier und misten dann auch den Stall aus, so die Vorstellung der Schotts. Bei zehn Teilnehmern wäre man damit alle zehn Wochen dran. Bei Abwesenheit und Krankheit vertritt man sich gegenseitig.

Auch die Kosten für Futter und Impfungen und natürlich die Investitionskosten, die die Schotts erst einmal vorstrecken, sollen auf alle umgelegt werden. Billig sind die Eier dann nicht, aber artgerecht und naturnah erzeugt. Und natürlich kann jeder seine Hühner besuchen und beobachten und seine Freude daran haben – so wie die Schotts. (Christine Zacharias)

Kontakt: Interessenten melden sich unter Telefon. 0 66 21/ 6 58 32 bei Reinhold und Ulrike Schott.

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