Großes Interesse an Vernissage im Museum

Aufgetischt und angerichtet: Ausstellung des Kunstvereins eröffnet

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Die „Goldminers“ empfingen die Gäste der Ausstellungseröffnung mit „handgemachter“ Musik.

Bad Hersfeld. Groß war das Interesse an der Vernissage der Ausstellung des Bad Hersfelder Kunstvereins zum Thema "Es ist angerichtet". 36 Künstler präsentieren ihre Werke.

"Es ist angerichtet“ – ein kurzer Satz, nur drei Worte. Aber diese drei Worte öffnen offensichtlich einen beträchtlichen Gestaltungsraum. Sie bilden das Motto für die Gemeinschaftsausstellung des Kunstvereins, die noch bis zum 17. Februar im Museum im Stift zu sehen ist (wir berichteten bereits).

Die Vernissage zur Ausstellung traf auf ein beträchtliches Publikumsinteresse, viele waren gekommen, um nach der Eröffnung durch die Stadträtin Birgit zum Winkel und dem Vorsitzenden des Kunstvereins Gerhard Zinn bei „handgemachter“ Musik von den „Goldminers“ die sehr unterschiedlichen Werke der 36 beteiligten Künstler in Augenschein zu nehmen.

„Vieles wird aufgetischt und manches ist zu verdauen“ – so konstatierte zum Winkel in ihrer Eröffnungsrede. Die Künstlerinnen und Künstler haben das Motto in der Tat auf sehr vielfältige Weise interpretiert: Von bunten Stilleben und Tafelfreuden über Darstellungen der Zerstörung der Erde durch den Menschen (Massentierhaltung, Klimawandel und Wegwerfgesellschaft), die ungerechte Ressourcenverteilung (Überfluss im Kontrast zu Mangel), einer großformatigen Auseinandersetzung mit dem heiligen Abendmahl und Kritik an real existierender Politik reicht das Spektrum der aufgegriffenen Themen, von verheißungsvollem Genuss bis hin zum entsetzten Ausruf „Was haben wir nur angerichtet!“.

Die „Goldminers“ empfingen die Gäste der Ausstellungseröffnung mit „handgemachter“ Musik.

Eine große Vielfalt spiegeln auch die verwandten Techniken wider: Patchwork, Malerei, Skulptur, Fotografie und Installation wurden von den Aktiven des Kunstvereins im Museum arrangiert und zueinander in Beziehung gesetzt. Filigrane Figuren aus dünnem Draht und eine Vitrine mit edlem Porzellan, das mit Bildern hungernder Kinder bedruckt ist, sind neben Bildern und der originellen Installation eines „Künstlerischen Büffets“ zu sehen, auf dem unter anderem Wickelbraten aus antikem Leinen, Maler-Dressing und Islandschnitten angeboten werden.

Die Vernissage bot nicht nur einen ersten Einblick in die gezeigten Werke, sondern auch eine willkommene Gelegenheit zum Austausch, zu Gesprächen und zum Entdecken des im Museum Gezeigten.

Eine weitere Möglichkeit, mit den Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen, bietet ein geführter Rundgang, der für Sonntag, 27. Januar, ab 15 Uhr geplant ist.

Darüber hinaus steht der Kunstverein auch für den Sommer vor größeren Herausforderungen. Die Mitglieder des Vereins werden an allen zehn Tagen auf dem Hessentag präsent sein.

Von Ute Janßen

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