Festspiel-Intendant äußert sich zur Me-Too-Debatte

Auch Dieter Wedel wurde sexuell belästigt

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Bad Hersfeld. Auch Star-Regisseur Dieter Wedel (75) hat Erfahrungen mit sexueller Belästigung gemacht.

Im Zuge der sogenannten „Me-too-Debatte“ sage der Intendant der Bad Hersfelder Festspiele in einem Interview mit Hit Radio FFH: „Homosexuelle Regisseure und Schauspieler haben mich mächtig unter Druck gesetzt. Aber ich habe nicht nachgegeben. Und ich bin auch nicht gebrochen worden.“ 

Von einer Schauspielerin habe er erfahren, wie man mit derartigen Übergriffen am besten umgehen könne. „Eine schöne Frau, eine ganz tolle Schauspielerin hat mir mal gesagt ‚Nicht immer nein sagen. Sag lieber Vielleicht. Dann sagen alle, ich muss noch ein bisschen warten, aber vielleicht klappt es. So halte ich die hin, sonst hätte ich ja nur Feinde’.“ 

Mehr Druck für Frauen 

In dem Interview sagte Wedel weiter, er sehe Frauen, die als Schauspielerin arbeiten, einem deutlich größeren Druck ausgesetzt als Frauen in den meisten anderen Berufen: „Die sind nicht unter solch einem Druck, dass bestimmte Rollen nicht mehr gehen, wenn sie sie erst fünf Jahre später bekommen“ 

So könnten sie die Julia aus ‚Romeo und Julia’ beispielsweise nicht mehr mit 30 spielen. „Und plötzlich ist da einer, und der kann Ihnen die Julia geben. Aber Sie müssen ein bisschen ‚lieb’ sein. Furchtbar. Widerlich. Schrecklich. Aber das wird man nicht beseitigen, das glaub ich nicht“ meinte Wedel. (kai)

Das ganze Interview mit Dieter Wedel bei Hit Radio FFH finden Sie hier:

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