Umfrage bei Firmen im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Auch im Dienst mit Deutschlands Kickern fiebern

Hersfeld-Rotenburg. Welche Betriebe machen das Fußballgucken am Arbeitsplatz möglich? Eine kleine, nicht repräsentative Umfrage im Kreis.

Deutschland gegen Südkorea, entscheidendes drittes Gruppenspiel bei der Fußball-WM. Aber ach: Schon um 16 Uhr ist Anpfiff. Da ist noch nicht jeder daheim.

Auf das Fußballvergnügen verzichten müssen die Beschäftigten des Conti-Werks in Bebra. „Das Spiel kann in unserer Planung keine Berücksichtigung finden, da das unsere Arbeitsabläufe nicht zulassen“, bedauert Eva Sommer, Assistentin der Geschäftsleitung in einer Stellungnahme des Unternehmens.

Gemeinsamer Fußballnachmittag

Glück, dass die Partie an einem Mittwoch stattfindet, haben die Bediensteten des Landkreises in Bad Hersfeld. Die Geschäftszeit dauert mittwochs nämlich nur bis 13 Uhr. So kann, wer möchte, ohnehin früher ausstempeln, erklärt Pressesprecher Pelle Faust. Geplant ist ein gemeinsamer Fußballnachmittag im Sitzungssaal, quasi als Privatvergnügen der Mitarbeiter. Landrat und Personalvertretung hätten Grünes Licht gegeben, erklärt Faust. Übertragen wird per Beamer auf Leinwand.

Auch im Achtelfinale, sollte Deutschland weiterkommen, soll wieder gemeinsam geschaut werden. Je nach Platzierung der deutschen Elf findet die nächste Partie am Montag oder am Dienstag, auf alle Fälle aber wieder ab 16 Uhr statt.

Die meisten Mitarbeiter sind auf Montage

Keine Live-Übertragung plant die Firma Messer in Heringen. „80 Prozent unserer Beschäftigten sind ohnehin auf Montage beschäftigt“, erklärt Jens Piper, Personalleiter des Unternehmens für Industriemontagen und Apparatebau. Die in der Fertigung angestellten Mitarbeiter haben zum Anpfiff bereits Feierabend, die in der Verwaltung könnten „im Ausnahmefall das Spiel auf dem PC schauen.“

Gemeinsam Fußball schauen, gemeinsam grillen – das ist das Motto beim Bauunternehmen Räuber in Bad Hersfeld. Die Beschäftigten drücken der deutschen Elf dann ab 16 Uhr auf dem Betriebshof des Unternehmens die Daumen, sagt Eva Räuber.

Auch bei der Firma Neumayer Tekfor in Rotenburg wird gemeinsam geschaut. In der ehemaligen Kantine des Werks, erzählt Sophia Mankowski vom Rotenburger Automobilzulieferer, wird ein Beamer installiert. Dort können dann hoffentlich deutsche Tore gemeinsam bejubelt werden.

Zwischenergebnisse per Funk

(Noch) keine Pläne hat man bei K+S in Heringen, wie Pressesprecherin Yvonne Balduf verrät. Schließlich falle die Spielzeit mitten in die Schicht. Aber das Werk macht Hoffnung, sollte die deutsche Elf etwa das Halbfinale oder gar das Endspiel erreichen. Dann sei an Übertragungen gedacht. Und auch die Kumpel unter Tage wissen dann Bescheid: „Die werden über Funk informiert, wenn ein Tor fällt. Das war schon bei vergangenen Turnieren so“, erzählt Yvonne Balduf.

Von Rainer Henkel

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