Jugendliche vom CVJM Bad Hersfeld verteilten Päckchen an Bedürftige

Die Armen nicht vergessen: Jugendliche aus Bad Hersfeld waren in Rumänien

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Leben auf der Müllkippe: Eine Gruppe von Jugendlichen und Erwachsenen vom CVJM Bad Hersfeld, verstärkt durch eine Gruppe aus Wiesbaden, hat Päckchen, die vom Christilichen Hilfsdienst gepackt worden sind, nach Rumänien gebracht. Hier sind sie zu Gast in einer Roma-Siedlung, die auf einer Müllhalde entstanden ist.

Bad Hersfeld. Der Besuch in der Roma-Siedlung im rumänischen Cluj Napoca hat Manuel tief beeindruckt. Er ist einer von 14 Jugendlichen des CVJM Bad Hersfeld, die am ersten Weihnachtstag um 5.30 Uhr mit drei Erwachsenen nach Rumänien aufgebrochen sind, um dort die Päckchen zu verteilen, die für den Christlichen Hilfsdienst in den Wochen vor Weihnachten in Geschäften in der Region gepackt worden sind.

„Die Hütten der Menschen dort waren so groß wie mein Zimmer. Die haben aber mit acht oder neun Leuten drin gewohnt. Es gab auch nur ein Bett“, erzählt Manuel. In einer Hütte sahen sie ein Kind, das überhaupt nichts anzuziehen hatte und nackt herumlief, trotz der frostigen Temperaturen draußen. Die Siedlung ist auf einer Müllkippe entstanden. Die Bewohner leben von dem, was sie im Müll finden.

Offenheit und Herzlichkeit

Besonders berührt hat die Besucher aus dem reichen Deutschland, mit welcher Offenheit und Herzlichkeit sie aufgenommen wurden und wie groß die Freude über die mitgebrachten Pakete war. „Der Wert des Paketes ist nicht entscheidend“, hat Manuel festgestellt. „Wichtig ist den Menschen vor allem, dass wir im fernen Deutschland an sie gedacht, Pakete gepackt und zu ihnen gebracht haben“, erklärt er. Und Lino ergänzt: „Die Menschen sehen, dass sie nicht vergessen worden sind. Das macht ihnen Mut, nicht aufzugeben. Außerdem erfahren sie so, was Christ sein bedeutet.“

Dass es vor allem ihr Besuch ist, der zählt, das haben die Jugendlichen in Rumänien immer wieder erfahren. Oft flossen Freudentränen darüber, dass junge Menschen in Deutschland an sie denken und sich die Mühe machen, an Weihnachten so weit zu fahren, um sie zu besuchen.

Vertrauenswürdige Partner

An sieben Stationen im ganzen Land haben sie die Pakete abgegeben, überall dort, wo der Christliche Hilfsdienst zuverlässige und vertrauenswürdige Partner hat, die zum einen dafür sorgen, dass die Pakete, die schon vorher von einem Lkw nach Rumänien gefahren worden sind, bis zur Verteilung sicher aufbewahrt werden, und die zum anderen wissen, wo die Not am größten ist.

Unter anderem haben die Jugendlichen aus Bad Hersfeld eine Wohngruppe in Oradea direkt hinter der ungarisch-rumänischen Grenze besucht, in der ehemalige Heimkinder auf ein selbständiges Leben vorbereitet werden und Unterstützung bei der Berufswahl erhalten. Dort haben die Jugendlichen auch übernachtet und gemeinsam Musik gemacht. „Die hatten richtig Schwung in ihrer Musik“, berichtet Eva.

Sie waren in Cluj-Napoca in einem privat geführten Altenheim und in einem staatlichen Heim, in dem alle die Armen, Alten und Behinderten in großen Schlafsälen leben, die sonst nirgendwo unterkommen können. „Da hat jeder Bewohner ein Bett und daneben eine Holzkiste als Schrank, mehr gibt’s da nicht“, erzählt Fritz Mannel vom Christlichen Hilfsdienst.

Rahel war besonders von der großen Dankbarkeit der Beschenkten beeindruckt und freute sich, dass es in einem Kinderheim problemlos möglich war, auch ohne Sprachkenntnisse mit den Kindern zu spielen.

Ihre Erfahrungen wollen die Jugendlichen nun in einen Gottesdienst umsetzen und sie denken darüber nach, was sie in Bad Hersfeld tun können, um den Menschen in Rumänien zu helfen. (zac)

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