Der Weg zurück in den Beruf

Melanie Bonacker begleitet Neustart nach Familien-Auszeit oder Pflege

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Spannende Zukunft: Mit großer Freude zurück im Beruf.

Die Zeiten haben sich geändert: Frauen bekommen tendenziell später Kinder und kehren früher in den Beruf zurück. Männer nutzen zumeist eine kurze Elternzeit.

Es gibt aber auch Frauen und Männer, die ihre Erwerbsarbeit für längere Zeit unterbrochen haben.

Ob nach sechs Monaten oder zehn Jahren: Wer sich wieder ins Erwerbsleben einfädeln will, kann auf Hindernisse treffen. Melanie Bonacker, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, gibt wichtige Tipps für den Neustart.

Wie finde ich am besten den Weg in meinen Beruf zurück?

Generell gilt: Je früher die Vorbereitung anfängt, desto besser. Idealerweise stellen Eltern schon vor der Geburt des Kindes die Weichen. Am besten ist es, wenn sie sich gemeinsam mit den Unternehmen um flexible Lösungen bemühen. Ein Planungs- und Beratungsgespräch, das sich mit der für beide Seiten neuen Situation nach der Geburt des Kindes oder Eintritt der Pflegesituation beschäftigt, kann den Weg für die Zukunft aufzeigen. Verbindliche Absprachen mit dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin, stetiger Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen und Qualifizierung gehören dazu. Noch in der Eltern- oder Pflegezeit sollte geklärt werden, ob eine Weiterbeschäftigung grundsätzlich möglich ist. In welcher Form – ob in Vollzeit, Teilzeit oder stundenweise – das hängt von den Wünschen und Bedürfnissen aller Beteiligten ab. Berufsrückkehrende sollten eigeninitiativ Lösungen suchen und Vorschläge machen.

Wie halte ich Kontakt zur Arbeitswelt?

Lassen Sie während der Familienarbeit den Kontakt zum Betrieb nicht abreißen. Suchen Sie regelmäßig das Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen, nehmen Sie an Firmenveranstaltungen teil. Sofern es eine Mitarbeiterzeitung gibt, kann man sich auf diesem Weg über aktuelle Geschehnisse auf dem Laufenden halten. Auch stundenweises Arbeiten macht Sinn, um das berufliche Wissen zu erhalten. Und die Teilnahme an Weiterbildungen. Dies spart Einarbeitungszeit beim Wiedereinstieg.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wiedereinstieg?

Je kürzer die Eltern- oder Pflegezeit, desto einfacher gelingt der Wiedereinstieg. Nach langen Erwerbsunterbrechungen ist die Berufsrückkehr mit größeren Herausforderungen verbunden. Zumeist bedarf das berufliche Wissen einer Aktualisierung. Viele sehen ihr Alter als Hürde an und vermuten, dass ihre lange Erwerbsunterbrechung ein Wettbewerbsnachteil bei Bewerbungen sei. Aber auch nach einer längeren Unterbrechung bestehen gute Chancen. Berufsrückkehrende sollten also mit viel Selbstbewusstsein ins Vorstellungsgespräch gehen und sich folgende Fragen ehrlich beantworten: Was kann ich? Was will ich? Was ist möglich? In der Familienphase haben Sie Enormes geleistet und soziale Fähigkeiten ausgeprägt. Wer eine Familie managt, ist kooperationsfähig, belastbar, flexibel, teamfähig und hat Organisationstalent. Hinzu kommt, dass die Unternehmen in der Region händeringend Personal suchen. Sie haben also viele Argumente auf Ihrer Seite, insbesondere, wenn Sie über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen.

Wie lang kann die Agentur für Arbeit bei der Rückkehr in den Beruf unterstützen?

Unterstützungsangebote wie die der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt helfen, Wege zurück in den Beruf zu ebnen. In Beratungen, Vorträgen und Kursen der Agentur für Arbeit erfahren Berufsrückkehrende, ob eine Weiterbildung sinnvoll ist, welche Arbeitgeber infrage kommen und wie sie sich bewerben. Fachkenntnisse können mit Unterstützung der Arbeitsagentur aufgefrischt werden. Nach einer längeren Familienphase ist unter Umständen eine berufliche Neuorientierung denkbar.

Melanie Bonacker

Ansprechpartner bei der Arbeitsagentur ist die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt Melanie Bonacker, Telefon: 06621/209543

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