„Zahlen sind einfach logisch“

Anke Hofmann hat Bad Hersfelds Finanzen im Blick

Der Reiz der Zahlen: Anke Hofmann leitet den Fachbereich Finanz- und Immobilienmanagement bei der Stadt Bad Hersfeld.
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Der Reiz der Zahlen: Anke Hofmann leitet den Fachbereich Finanz- und Immobilienmanagement bei der Stadt Bad Hersfeld.

Anke Hofmann hat ein gutes Verhältnis zu Zahlen. Sie ist seit März Leiterin des Fachbereichs Finanz- und Immobilienmanagement bei der Stadt Bad Hersfeld.

Bad Hersfeld – Als sie Bad Hersfelds Hessentagsbeauftragte für das Landesfest 2019 wurde, hatte man sie gebeten, diese gewaltige Aufgabe zu übernehmen. Um die Leitung des Fachbereichs Finanzen hingegen hat sie sich beworben: Anke Hofmann ist in der Stadtverwaltung die Frau für besonders anspruchsvolle Problemstellungen. Denn auch schon vor der Corona-Krise war der Bad Hersfelder Haushalt eine knifflige Angelegenheit.

Seit März leitet die 53-Jährige den 30 Mitarbeiter starken Fachbereich. Es war ein Start mit angezogener Handbremse, ohne Sitzungen und Publikumsverkehr, aber nicht weniger Arbeit, denn: „Corona ist für alle Kommunen eine Herausforderung“, weiß Hofmann, in deren Verantwortungsbereich unter anderem die zentrale Buchhaltung, aber auch die Gemeinschaftseinrichtungen und deren Vermietung liegen. Das sei zwar kein einfaches Metier, aber mit weniger Druck verbunden als der Hessentag, der viele Unbekannte bereithielt und für den „auf den Punkt genau abgeliefert werden musste.“

Den Begriff „Karrierefrau“ lächelt Hofmann allerdings souverän weg. „Man steht zwar vorne, aber man hat die Mannschaft hinter sich. Und ohne die ginge es nicht,“ sagt sie. Ohnehin ist ihr das Betriebsklima ganz wichtig. „Man verbringt viel Zeit am Arbeitsplatz, dann sollte es einem dort auch gefallen.“ Aber warum ausgerechnet die Kämmerei? Anke Hofmann antwortet schelmisch mit dem „Reiz der Zahlen“, gesteht aber im selben Atemzug, dass ihre Berufsplanung eigentlich eine andere war: „Ich wollte Medizin studieren und hatte sogar schon einen Studienplatz.“

Die Zahlen kamen ihr dann irgendwie dazwischen, als sie quasi zur Überbrückung die Fachhochschule der Bundesfinanzverwaltung besuchte. „Ich bin logisch, habe mein Abi mit Mathe und Latein gemacht“, erklärt sie den Sinneswandel und fügt lachend hinzu: „Zahlen liegen mir und Zahlen sind eben einfach logisch. Eins und eins ergibt immer zwei.“ Und bei der Stadt sei es nicht viel anders als im Privaten: „Man muss das Budget im Blick behalten und sollte nicht mehr ausgeben, als man einnimmt.“ Die Entscheidung über den städtischen Haushalt fällen letztlich aber natürlich die Stadtpolitiker. Hofmann und ihr Team leisten „nur“ die Vorarbeit.

Trotz ihrer Leidenschaft für Logik und Zahlen habe sie gern mit Menschen zu tun, betont Hofmann. Dass sie auch als „Miss Hessentag“ nach wie vor häufig angesprochen wird, selbst bei Spaziergängen außerhalb Bad Hersfelds, ist für sie deshalb kein Problem, im Gegenteil.

Und auch mit Blick auf ihre jetzige Aufgabe und die oft nicht ganz so guten Nachrichten, wenn es um die Finanzen geht, bleibt die 53-Jährige gelassen: „Ich denke schon, dass differenziert wird und ich als Person nicht dafür verantwortlich gemacht werde, wenn zum Beispiel die Steuereinnahmen sinken.“ Denn in ihrer jetzigen Position ist sie das Gesicht für die Politik.

Über 30 Jahre lang war Hofmanns Vorgänger Wilfried Herzberg im Fachbereich tätig. Diesen Erfahrungsschatz muss sich die 53-Jährige erst noch erarbeiten, wie sie selbst sagt. Dass sie die eigene Berufslaufbahn acht Jahre lang für die Familie unterbrochen hat und zunächst mit einer Teilzeitstelle wieder eingestiegen ist, bereut die 53-Jährige indes nicht. Nicht nur sei es müßig, sich im Nachhinein zu fragen, wie es gewesen wäre, wenn man einen anderen Weg eingeschlagen hätte. Sie sagt heute auch klipp und klar: „Ich würde es jederzeit wieder tun, denn die Zeit mit den Kindern kommt nicht zurück.“  (ks / nm)

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