Bahnprojekt Fulda-Gerstungen

Alle Bad Hersfelder Ortsbeiräte für die Tunnel-Lösung

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Ein seltenes Bild: Alle zehn Ortsbeiräte der Stadt Bad Hersfeld tagten in der Stadthalle, um ein Votum zur geplanten neuen Bahnstrecke Fulda-Gerstungen abzugeben. 

Bad Hersfeld – Einstimmig haben sich die Ortsbeiräte der Stadt Bad Hersfeld bei der geplanten Neubaustrecke Fulda-Gerstungen für die doppelte Tunnel-Variante ausgesprochen.

Ebenso für den ICE-Halt mitten in der Stadt. Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Sitzung der zehn Beiräte am Mittwochabend in der Stadthalle.

Die Ortsgremien folgten damit eine Woche vor dem nächsten Bahn-Beteiligungsforum, bei dem am 19. März die denkbaren Grobkorridore für den Trassenverlauf vorgestellt werden sollen, dem Vorschlag des Magistrats.

Die Tunnel-Lösung des Rathauses entspricht im Wesentlichen dem Vorschlag der Bürgerinitiativen. Sie sieht einen Abzweig der neuen Trasse an der bestehenden Schnellbahnstrecke Würzburg-Hannover bei Langenschwarz vor. Der Schienenweg würde dann in einen etwa zehn Kilometer langen Tunnel führen und unterhalb des Johannesberges bei Unterhaun auf die bisherige Trasse einmünden.

Im weiteren Verlauf würde der Bahnhof Bad Hersfeld weiter als ICE-Halt genutzt werden. Im Anschluss würden die Schienen noch vor Friedlos Richtung Osten in einen weiteren, ebenfalls etwa zehn Kilometer langen Tunnel führen, der bei Hönebach an die Bestandsstrecke anknüpft (unsere Zeitung berichtete).

„Dafür müssen wir richtig kämpfen“, sagte Bürgermeister Thomas Fehling mit Verweis auf die dann zu erwartenden höheren Kosten. In der Bedeutung des ICE-Halts im Stadtkern war er sich zudem einig mit Paul Niewerth, dem Sprecher des Aktivbündnisses der beteiligten Bürgerinitiativen. „Das ist eine einmalige Chance. Denn wenn wir es nicht schaffen, werden wir abgehängt“, sagte Niewerth unter dem Beifall der Versammlung. Bei deutlich verkürzten Fahrzeiten ins Rhein-Main-Gebiet würde Bad Hersfeld auf einmal zum Frankfurter Einzugsgebiet gehören. Auch Berlin und München würden näherrücken. Auch die geplante Entwicklung des Wever-Geländes in der Nähe des Bad Hersfelder Bahnhofs mit Wohnraum für 500 Menschen würde von einer Anbindung an den Fernverkehr profitieren.

Fehling und Niewerth wiesen zudem darauf hin, dass bei einem Streckenneubau innerhalb des Stadtgebiets auch der Lärmschutz entscheidend verbessert und die Belastung gegenüber jetzt „nahezu halbiert“ werden würden. Würde die neue Trasse an der Stadt vorbeigeführt, bliebe es auf der Bestandsstrecke bei den bisherigen Grenzwerten. Bei erhöhtem Güterverkehr würde die Lärmbelastung sogar noch zunehmen.

Als der Asbacher Ortsvorsteher Uwe Seitz als Versammlungsleiter zur Abstimmung bat, kamen die Meldungen der Beiräte im Sekundentakt: „Einstimmig!“, „Einstimmig!“, „Ja!“. Das Votum entsprach dem Wunsch des Bürgermeisters, bei diesem Projekt „mit gemeinsamer Stimme“ zu sprechen. Auch Fehlings Kollegen aus den Nachbargemeinden, Wilfried Hagemann (Ludwigsau), Gert Lang (Haunetal), Harald Preßmann (Hauneck) und Thomas Rohrbach (Niederaula), stehen seinen Angaben nach hinter dem Hersfelder Vorschlag.

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