Kreis wartet auf Digitalpakt

Alle 48 Schulen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sollen ans schnelle Internet

Hersfeld-Rotenburg –Schnelles Internet mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit soll es zukünftig für alle 48 Schulen im Kreis geben.

Während in Berlin der Vermittlungsausschuss des Deutschen Bundestages über die Umsetzung des Digitalpakts diskutiert, scharrt man im Kreis Hersfeld-Rotenburg ungeduldig mit den Hufen. „Alle 48 Schulen im Landkreis sollen ans schnelle Netz“, sagt Landrat Dr. Michael Koch. „Alle stehen in den Startlöchern, nur der Bund lässt noch auf sich warten.“

Die Breitband-Nordhessen GmbH, die bis Ende des Jahres 2000 Kliometer Leerrohre für Glasfaserkabel in Nordhessen – davon 340 Kilometer im Kreisgebiet – verlegt haben wird, hat bereits eine Markterkundung vorgenommen und Ende Januar die Förderanträge gestellt. Ziel ist es, Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit zu ermöglichen.

Die geschätzten Gesamtkosten für die 48 Schulen des Kreises belaufen sich auf 2,145 Millionen Euro. Der erwartete Gesamtzuschuss liegt bei 1,769 Millionen Euro, sodass der Kreis Eigenmittel von 376.000 Euro aufbringen muss, die bereits im Doppelhaushalt eingestellt worden sind. An den Schulen des Kreises wird zudem ein Medienkonzept erarbeitet, das einheitliche Regeln für den Einsatz von digitalen Medien wie etwa Tablets oder Smartboards vorgeben soll. Ein solches Konzept ist Voraussetzung für Geld aus dem Digitalpakt. „Digitale Medien spielen heute schon für Kinder im Grundschulalter eine wichtige Rolle“, erklärt Landrat Koch. Gleichzeitig müssten aber auch die Lehrer entsprechend geschult sein, um digitale Medien im Unterricht nutzen zu können und digitale Kompetenzen vermitteln zu können.

Das Vorantreiben der Digitalisierung ist nur ein Teil der geplanten Investitionen. Insgesamt stehen im Doppelhaushalt 23 Millionen Euro für Investitionen an den Schulen zur Verfügung, 12 Millionen davon aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP II). „Das ist schon eine echte Hausnummer“, meint der Landrat. 

Koch: Kernkompetenzen nicht verkaufen

Der Digitalpakt des Bundes sieht Investitionen von über fünf Milliarden Euro vor. Die Bundesländer fürchten einen Angriff auf die Kulturhoheit der Länder, denn sie sind allein für Bildungspolitik zuständig. Der Pakt sieht aber eine Mitbestimmung des Bundes vor. Diskutiert wird daher auch eine Änderung des Grundgesetzes. Landrat Koch unterstützt die kritische Haltung von Ministerpräsident Bouffier: „Die Länder dürfen ihre Kernkompetenzen nicht an den Bund ‘verkaufen’“ – besonders in den Bereichen Bildung und Sicherheit. Zudem fürchtet er einen „enormen Verwaltungsaufwand".

VON KAI A. STRUTHOFF

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