Interessierter Blick in den Stall

Agrar-Delegation aus Namibia informierte sich am Eichhof in Bad Hersfeld 

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Abschluss in Bad Hersfeld: Zehn Tage lang war die Delegation aus Namibia in Deutschland unterwegs, wo sie verschiedene Institutionen rund um das Thema Landwirtschaft besuchte. Am Dienstag war die Gruppe beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen am Eichhof zu Gast.  Auf unserem Bild steht die Gruppe vor dem mobilen Hühnerstall. 

Bad Hersfeld - Einblicke in die Ausbildung von Landwirten am Eichhof in Bad Hersfeld erhielt jetzt eine knapp 20 Personen starke Agrar-Delegation aus dem afrikanischen Namibia

 Ob Tierhaltung oder Pflanzenbau: Einblicke in die Ausbildung von Landwirten am Landwirtschaftszentrum Eichhof in Bad Hersfeld als Informations- und Bildungseinrichtung des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) erhielt jetzt eine knapp 20 Personen starke Agrar-Delegation aus dem afrikanischen Namibia – darunter Vertreter des Landwirtschaftsministeriums und des Wirtschaftsministeriums, von Verbänden und aus der Privatwirtschaft.

Harry Schelle, der für die überbetriebliche Ausbildung zuständig ist, führte die Gruppe unter anderem durch die Felder zum Hühnermobil und die Kuhställe inklusive Melkroboter. Zudem präsentierte er den Gästen das Prinzip und die Inhalte der dualen Ausbildung, die nach wie vor als deutsche Besonderheit gilt. Das Ganze auf Englisch tun zu müssen, ist für ihn nichts Neues. Etwa einmal im Monat empfängt Schelle Gäste aus dem Ausland – aus Polen und der Ukraine ebenso wie aus China und Vietnam. Auch die Besucher aus Namibia zeigten sich sehr interessiert und durchaus beeindruckt.

Perspektiven für junge Menschen schaffen und Landwirtschaft modern weiterdenken: Das seien zwei Herausforderungen, die nicht nur die ländlichen Räume in Deutschland beträfen, sondern die auch in vielen afrikanischen Ländern neue Lösungswege und Denkansätze erforderten, wie es in einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) heißt. Wie könne man junge Menschen für die Landwirtschaft begeistern und wie wird der Hof der Zukunft aussehen? Zentrale Themen von Interesse seien beispielsweise die Jungbauernförderung, das Verhindern der „Landflucht“ und die Landwirtschaft als „Business“ inklusive Marketing, so Dr. Thomas Breuer von der GIZ, der die Delegation begleitete und den Besuch des Eichhofs als Höhepunkt zum Abschluss bezeichnete.

Esther Kaapanda im Kuhstall. Esther Kaapanda ist stellvertretende Staatssekretärin des namibischen Landwirtschaftsministeriums. 

Zwar ließen sich Deutschland und Namibia allein mit Blick auf das Klima nur bedingt vergleichen – das Land im Südwesten Afrikas ist eines der trockensten südlich der Sahara –, dennoch gebe es eben einige gemeinsame Themen und Anregungen. In Namibia herrsche extensive Weidehaltung vor, die Rinder seien 365 Tage im Jahr draußen; Stall- und Massentierhaltung ist quasi unbekannt. Zwar sei Namibia zweieinhalb Mal so groß wie die Bundesrepublik, aber wesentlich dünner besiedelt.

Angetan war Esther Kaapanda, stellvertretende Staatssekretärin des namibischen Landwirtschaftsministeriums, zum Beispiel von der professionellen Organisation in der Landwirtschaft, dem Einsatz neuer, digitaler Technologien und der gemeinsamen Nutzung von teuren Maschinen. Gerade solche Kooperationen waren es auch, die ein weiteres Mitglied der Delegation in der angenommen sehr individualisierten westlichen Welt besonders überrascht hatte. „Wir haben viel mitgenommen und sind motiviert“, so Kaapanda mit Blick auf den Besuch in Deutschland.

Der Besuch am Eichhof auf Einladung eines Bundesministeriums fand im Rahmen der Grünen Woche und der Agrarministerkonferenz in Berlin statt und bildete den Abschluss einer insgesamt zehntägigen Tour durch Deutschland, wo verschiedene Institutionen rund um das Thema Landwirtschaft angesteuert worden waren.

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