KOLUMNE: ZWISCHEN DEN ZEILEN

Abgespeckte digitale Zukunft beim Hessentag und ein Vermisster

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Karl Schönholtz

Über ein abgespecktes Programm zum Hessentag, einen vergessenen Macher und einen Schauspieler schreibt Karl Schönholtz in unserer Wochenkolumne "Zwischen den Zeilen".

Was ist uns nicht im Zusammenhang mit Hessentag und Smart City an Segnungen modernster Digitaltechnik alles in Aussicht gestellt worden: Autonom fahrende Busse, Section Control, automatische Kennzeichenerfassung und anderes mehr.

Diese Zukunft, die sich insbesondere im Kopf von Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling abspielt, wird allerdings so kaum stattfinden. Zwar stehen im Stadtteil Asbach jetzt zwei teure Luxus-Blitzer, doch die eigentlich beabsichtigte Registrierung durchfahrender Autos samt durchschnittlich gemessenem Tempo („Section Control“) ist gerade gerichtlich gekippt worden.

Die Kennzeichenerfassung am Kirchplatz steht bereits in der Kritik und ist auch während des Hessentages an den Zufahrten zur Stadt kaum durchsetzbar. Und dann wären da noch die selbstfahrenden Busse: Vom groß angekündigten Shuttle-Verkehr sollte ohnehin nur noch eine kurze Versuchsstrecke übrig bleiben. Aktuell scheint auch die mangels Betreiber in Frage zu stehen.

Immerhin: Intelligente Mülleimer haben wir ja schon im Städtchen.

Ein Neuansiedlung im Schilde-Park

Kollektives Lächeln war angesagt, als die Stadt Bad Hersfeld in dieser Woche die Neuansiedlung des Kommunikationsdienstleisters Summacom im Schilde-Park verkündete. In der Pressemitteilung blieb allerdings einer unerwähnt, der nicht ganz unwesentlich daran beteiligt war, dass es hier perspektivisch 200 neue Arbeitsplätze geben soll: Bernd Rudolph, Chef der Wirtschaftsförderung des Landkreises, hatte seinerzeit den ersten Kontakt zum Unternehmen und mit den Summacom-Vertretern potenzielle Standorte abgeklappert. Das sollte beim gegenseitigen Schulterklopfen nicht ganz vergessen werden. Und ehe es hier Missverständnisse gibt: Es war nicht Rudolph selbst, der uns darauf aufmerksam gemacht hat.

Pierre Sanoussi-Bliss kommt diesen Sommer nicht zu den Festspielen

Der Berliner Schauspieler Pierre Sanoussi-Bliss, der im vergangenen Jahr bei den Festspielen in „Peer Gynt“ mitspielte, kommt in diesem Sommer nicht nach Bad Hersfeld.

Stattdessen wird der Publikumsliebling als Götz von Berlichingen bei den Burgfestspielen in Jagsthausen auf der Bühne stehen – sicher eine wunderbare Rolle für ihn. Die hiesigen Festspiele hat Pierre Bliss dennoch nicht vergessen: „Ich sehne mich ja trotzdem ein bisschen nach Bad Hersfeld. War ein schöner Sommer“, hat er uns geschrieben.

Und weiter: „Die Hersfelder sind ein herzliches Völkchen, aber ich hoffe, die Jagsthausener stehen ihnen darin nicht nach.“ Das wünschen wir ihm auch, und vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr wieder mit den Bad Hersfelder Festspielen.

ks@hersfelder-zeitung.de

VON KARL SCHÖNHOLTZ