Aus dem Gerichtssaal

Mann fast totgeschlagen: 60-jähriger Angeklagter beteuert Unschuld

Fulda. Eine Aussage zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen hatte der 60-jährige Angeklagte aus Bad Hersfeld  vor der Ersten Großen Strafkammer am Landgericht Fulda angekündigt.

Dem Mann wird vorgeworfen, im Februar 2017 einen Bekannten nach einem Saufgelage halb tot geschlagen und bei einer weiteren Auseinandersetzung im Juli mit einem Messer bedroht zu haben. Eine dabei anwesende Frau soll er ebenfalls bedroht, eingeschlossen und verletzt haben und ihr am nächsten Tag angedroht haben, sie umzubringen (wir berichteten bereits).

All diese Vorwürfe wies der Angeklagte „schärfstens“ zurück. „Ich bin unschuldig“, erklärte er und kündigte an, das durch Zeugenaussagen und Beweisanträge, unter anderem einen Ortstermin, auch beweisen zu können. Allerdings nicht jetzt. Denn er sehe sich weder physisch noch psychisch in der Lage, den Prozess durchzustehen. Er beantragte, die Hauptverhandlung bis nach seiner geplanten Herzoperation im Januar zu unterbrechen und aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden. Der Prozess hatte ein erstes Mal bereits im Februar begonnen und war damals wegen eben jener geplanten Herzoperation verschoben worden, die in der Zwischenzeit jedoch nicht stattgefunden hat.

Kardiologisches Gutachten

Das letzte amtsärztliche Gutachten stammt von Anfang Juli. Damals war der Mann für eingeschränkt verhandlungsfähig erklärt worden, vorausgesetzt ein Notarzt sei im Gericht präsent und es werde maximal zwei Stunden verhandelt. Jetzt soll, so der Antrag von Verteidiger Achim Groepper, dem das Gericht statt gab, ein neues kardiologisches Gutachten eingeholt werden. Psychische Probleme konnte der anwesende Gutachter Professor Dr. Forster jedoch nicht feststellen. Ihm gegenüber erklärte sich der Angeklagte auch als durchaus in der Lage, der Verhandlung zu folgen. (zac)

Rubriklistenbild: ©  D.- W. Ebener/Archiv/dpa-avis

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