Erschrocken über sich selbst

56-jähriger Hersfelder wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes verurteilt

Bad Hersfeld. Wegen des sexuellen Missbrauchs eines Kindes verurteilte das Jugendschöffengericht einen 56 Jahre alten Hersfelder zu einer Bewährungsstrafe.

Vorher war nichts, nachher auch nicht, und der Täter war vor allem über sich selbst erschrocken: Wegen des sexuellen Missbrauchs eines Kindes verurteilte das Jugendschöffengericht einen 56 Jahre alten Hersfelder lediglich zur Mindeststrafe von sechs Monaten Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Der Prozess gegen den Mitarbeiter einer Logistikfirma dauerte weniger als eine Stunde, weil der Angeklagte ein umfassendes Geständnis ablegte. Demnach war er am 3. September vergangenen Jahres von der Nachtschicht heimgekommen, wo die damals neunjährige Tochter der Lebensgefährtin seines Sohnes auf dem Sofa übernachtete. Der Hersfelder legte sich zu dem Kind, berührte es zunächst über der Kleidung, dann darunter am Geschlechtsteil. Nach wenigen Minuten ließ er von dem Mädchen ab. Erklären konnte der Angeklagte sein Verhalten nicht.

Tränenreiche Entschuldigung

Die Neunjährige vertraute sich am nächsten Tag ihrem Stiefvater, dem Sohn des Hersfelders, an. Dieser tröstete das Kind, fuhr zurück zum Vater und verpasste ihm zwei Ohrfeigen. Auch schilderte er seiner Mutter den Vorfall, die daraufhin ihren Mann vorübergehend verließ. Der 56-Jährige erschien kurz darauf an der Wohnung des Sohnes und bat tränenreich um Entschuldigung. Er wurde jedoch des Hauses verwiesen.

Vor Gericht mussten dank des Geständnisses keine Zeugen vernommen werden. Das Gericht unter Vorsitz von Amstgerichtsdirektorin Michaela Kilian-Bock folgte den gleichlautenden Anträgen von Staatsanwältin Christina Dern und Verteidiger Harald Karsten. Bei der Höhe der Geldauflage entschied sich das Gericht mit 700 Euro für einen Mittelwert.

In der Familie des Angeklagten wirkt die Tat weiter nach: Zwar ist seine Ehefrau unter Vorbehalt zurückgekehrt, doch das Verhältnis zum Sohn ist nach wie vor kühl.

Von Karl Schönholtz

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