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Rasen ohne Führerschein: Haftstrafe für Wiederholungstäter

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Von: Mario Reymond

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Amtsgericht Bad Hersfeld in der Dudenstraße
Das Amtsgericht in Bad Hersfeld. © Carolin Eberth

Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in zwei Fällen, einem tätlichen Angriff auf einen Polizeibeamten und Einbruchs in ein Vereinsheim muss ein 48 Jahre alter Bad Hersfelder abermals ins Gefängnis.

Bad Hersfeld – Diesmal für zwei Jahre und vier Monate. So lautete das Urteil, das Richterin Christina Dern jetzt vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld fällte.

Mit in dieses Urteil einbezogen wurde eine Strafe vom 7. April dieses Jahres. Damals hatte er wegen Gefährdung im Straßenverkehr eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten erhalten.

Immer wieder kommt der Mann wegen halsbrecherischer Autofahrten mit dem Gesetz in Konflikt. Eigentlich sollten derartige Taten für ihn unmöglich sein, denn der 48-Jährige hat noch nie einen Führerschein besessen. Seine Fahrkünste hat er als Stuntfahrer in der Monster-Truck-Show seiner Familie erlangt.

Diesen Job kann er aber wegen diverser Knochenbrüche nun nicht mehr ausüben. Daher hat es ihn vor drei Jahren auch aus dem Breisgau nach Bad Hersfeld verschlagen. Doch straffällig ist er nicht erst hier geworden. Lang ist sein Vorstrafenregister. Darin erfasst sind 24 Taten. Darunter elf wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in Verbindung mit weiteren Delikten. Den bisher schlimmsten Vorfall hatte es Mitte der neunziger Jahre gegeben. Da wurde er vom Landgericht Offenburg wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, die er komplett absitzen musste.

In Bad Hersfeld fiel der 48-Jährige meist wegen des Fahrens ohne Führerschein auf. Damit nicht genug. Meist setzte er sich alkoholisiert und unter Drogen ans Steuer der Autos seiner Lebensgefährtin. Am 5. August 2021 lieferte er sich am Grünen Weg und am Kupferstrauch in einem VW Passat eine Verfolgungsjagd mit einer Polizeistreife. Zu Fuß gelang ihm schließlich die Flucht.

Am 10. September 2021 fuhr er um 16.30 Uhr in einem Fiat Punto auf der Dreherstraße, als er wieder einer Polizeistreife auffiel. Über die Friedewalder Straße sauste er davon. Gegen 17 Uhr entdeckten die Beamten den Wagen und den 48-Jährigen auf der Königsberger Straße. Seine Flucht zu Fuß war schnell gestoppt. Hatte er doch 3,08 Promille Alkohol sowie Cannabis und Kokain im Blut. Zu allem Überfluss widersetzte er sich der Festnahme und trat einem Beamten in den Unterbauch. Nicht zuletzt dafür fährt er nun wieder ein.

Isolierte Sperrfrist bei der Fahrerlaubnis

In ihrem Plädoyer hatte Staatsanwältin Franziska Kircher eine isolierte Sperrfrist von 18 Monaten gefordert. Diese wird oft ausgesprochen, wenn ein Urteil gegen einen Angeklagten wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis ausgesprochen wird. Erst nach Ablauf dieser Sperrfrist kann der Verurteilte eine neue Fahrerlaubnis beantragen. Im Fall des 48 Jahre alten Bad Hersfelders scheint eine solche Sperre ohnehin hinfällig. Der Mann hat noch nie einen Führerschein besessen. (Mario Reymond)

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