Laut Unternehmen kaum Beeinträchtigungen

300 Post-Mitarbeiter streiken in Alsfeld

Hersfeld-Rotenburg. In den hessischen Postleitzahlenbereichen 34, 35 und 36 kann es ab heute kurzfristig zu Verzögerungen bei der Briefzustellung kommen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Zusteller in diesen Bereichen zu einem Warnstreik aufgerufen.

Aktualisiert um 12.35 Uhr 

Etwa 300 Mitarbeiter sind nach Angaben von Verdi-Streikleiter Patrick Fois diesem Aufruf gefolgt und haben sich zu einer Kundgebung in Alsfeld getroffen. Da die Post in Nordhessen insgesamt mehr als 1500 Zusteller hat, geht Thomas Kutsch, Pressesprecher der Deutschen Post, davon aus, dass ein Großteil der Post trotzdem zugestellt wird. "Ganz viele Kinden werden von dem Streik nichts mitkriegen", ist Kutsch zuversichtlich.  Was am Freitag nicht zugestellt werde, solle dann spätestens am Samstag ankommen, verspricht Kutsch. 

Betroffen sind laut Pressemitteilung von Verdi Nordhessen mit Kassel, Mittelhessen mit Gießen und Marburg, Osthessen von Hersfeld-Rotenburg bis Schlüchtern. Der Warnstreik dauert zunächst einen Tag. Die Zusteller reisten mit Bussen zur zentralen Kundgebung nach Alsfeld. Sie begann um 9.30 Uhr in der Stadthalle, Hauptredner war der hessische Landesbezirksleiter Jürgen Bothner. Mit dem Streik soll der Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen bei der deutschen Post AG erhöht werden. Sie verweigerte diese Woche selbst in der dritten Verhandlungsrunde, ein Angebot zu unterbreiten.

"Wir können die Warnstreiks nicht verstehen. Wir haben in den Tarifverhandlungen bisher gut mit Verdi zusammengearbeitet", sagt Post-Pressesprecher Kutsch.

Verdi fordert eine lineare Erhöhung der Einkommen und Ausbildungsvergütungen um sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Überdies soll eine tarifvertragliche Wahlmöglichkeit geschaffen werden, wonach der einzelne Beschäftigte einen Teil der zu vereinbarenden Tariferhöhung in freie Zeit umwandeln kann. Das bislang einmal jährlich aufgrund einer Leistungsbeurteilung gezahlte variable Entgelt will Verdi durch einen festen monatlichen Betrag ablösen. Zudem soll für die rund 32.000 Beamtinnen und Beamten des Unternehmens die so genannte Postzulage fortgeschrieben werden. Sie ist eine postspezifische Form der Sonderzahlung für Bundesbeamte.

Die Stimmung bei der Kundgebung war laut Patrick Fois sehr gut. "Die Streikenden sind hochmotiviert", sagte er.

Die Verhandlungen für die bundesweit rund 130.000 Tarifbeschäftigten werden am Montag in Bonn fortgesetzt. (red/jce/zac) 

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