Ausbildungsbereitschaft ist ungebrochen

270 Stellen im Landkreis noch unbesetzt

Porträt Waldemar Dombrowski
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Waldemar Dombrowski, Leiter der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda

Gut zwei Wochen nach dem 1. August, an dem klassischerweise die meisten Ausbildungen beginnen, sind im Landkreis Hersfeld Rotenburg noch fast 300 Stellen unbesetzt.

Hersfeld-Rotenburg – Schon im Juli hatte sich gezeigt, dass die Sorgen um den Ausbildungsmarkt aufgrund der Corona-Krise zumindest im Kreis Hersfeld-Rotenburg bislang unbegründet waren: Im Gegensatz zur Situation in anderen Regionen überstieg das Angebot weiter die Nachfrage. Und auch jetzt, gut zwei Wochen nach dem 1. August, an dem klassischerweise die meisten Ausbildungen beginnen, sind noch fast 300 Stellen unbesetzt.

Hans Wilhelm Saal, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg

„Trotz der gravierenden Auswirkungen der Pandemie auf die heimische Wirtschaft ist die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe in der Region ungebrochen“, teilt Melanie Bonacker als Sprecherin der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda mit. Von Oktober 2019 bis Mitte Juli 2020 seien der Agentur im Landkreis Hersfeld-Rotenburg insgesamt 895 Ausbildungsstellen gemeldet worden. Davon waren jüngst noch rund 270 Stellen unbesetzt. Gut 80 junge Frauen und Männer sind laut Bonacker derzeit noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. „Rechnerisch kommen somit auf jeden Ausbildungssuchenden mehr als drei offene Stellen. Dies liegt über der Relation des letzten Jahres“, erklärt sie.

„Möglichkeiten für junge Frauen und Männer bestehen in fast allen Bereichen“, ergänzt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, wobei einige Branchen besonders händeringend auf Nachwuchssuche seien (siehe Hintergrund).

Das bestätigt auch Hans Wilhelm Saal, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. „Wir haben im Vergleich zum vergangenen Jahr in den einzelnen Gewerken nur etwa 50 bis 75 Prozent der Ausbildungsplätze vergeben können“, so Saal, der gleichzeitig einen Appell an noch Unentschlossene und Unversorgte richtet: „Bitte bewerben!“.

Kaufleute, Kraftfahrer und Pfleger gesucht
In vielen Berufen ist ein kurzfristiger Einstieg noch möglich, wobei einige Branchen besonders händeringend Nachwuchs suchen. Unter anderem werden weiterhin Kaufleute gesucht (Einzelhandel, Büromanagement, Spedition), junge Leute, die eine Ausbildung in der Pflege beginnen wollen, und auch Berufskraftfahrer. Sogar im zuletzt gebeutelten Hotel- und Gaststättengewerbe würden Azubis für Küche und Service gesucht. Das Thema Fachkräftemangel bleibe aktuell. 

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