Ausreise oft nicht möglich

180 Menschen in Hersfeld-Rotenburg sind ausreisepflichtig: Sieben Abschiebungen

Hersfeld-Rotenburg – Sieben Menschen sind 2018 aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg abgeschoben worden. Das teilt das Regierungspräsidium (RP) Kassel mit. 2017 waren es acht.

Bei den Abgeschobenen handelt es sich um Ausländer, die kein Aufenthaltsrecht mehr besitzen und ihrer Ausreisepflicht nicht nachgekommen sind.

Zudem habe es aus dem Landkreis acht sogenannte freiwillige Ausreisen gegeben (2017: 18), sagt Uwe Papenfuß, Leiter des Dezernats für Ausländerrecht im RP. Gleichzeitig sind im Landkreis 180 Menschen erfasst, die zwar ausreisepflichtig sind, aber trotzdem noch hier leben. Dafür gebe es mehrere Gründe. „Nicht jeder Ausreisepflichtige darf oder kann tatsächlich abgeschoben werden“, sagt Papenfuß. Die vorübergehende Aussetzung der Abschiebung komme etwa bei Risikoschwangerschaften zum Tragen oder bei schweren Krankheiten.

Neben humanitären Gründen sei der häufigste Duldungsgrund, dass die Abschiebung aus „tatsächlichen Gründen“ nicht möglich ist. Das heißt beispielsweise: Es gibt keinen Staat, der bereit ist, die Person aufzunehmen, die Identität der Person ist ungeklärt oder es fehlen Passdokumente. Abschiebungen scheitern auch, wenn Personen untertauchen oder sich der Abschiebung widersetzen und dann vom Piloten aus Gründen der Flugsicherheit nicht transportiert werden.

Nicht in dieser Statistik enthalten sind die Abschiebungen aus der Rotenburger Erstaufnahmeeinrichtung. Dafür ist das RP Gießen zuständig. Wie viele Menschen aus der ehemaligen Alheimer-Kaserne abgeschoben wurden, werde statistisch nicht erfasst, teilt Sprecher Thorsten Haas auf Nachfrage unserer Zeitung mit. In Gießen würde lediglich die Gesamtzahl der Abschiebungen aus allen hessischen Erstaufnahmen erfasst. Das waren im vergangenen Jahr 493, hinzu kamen 746 freiwillige Ausreisen.

Derzeit gibt es in Hessen noch sechs Erstaufnahmeeinrichtungen: Rotenburg, Gießen, Kassel, Büdingen (Wetteraukreis), Neustadt (Marburg-Biedenkopf) und die Außenstelle am Frankfurter Flughafen. 

Lesen Sie auch: Uwe Papenfuß vom Regierungspräsidium über Abschiebungen: Manchmal sagt der Pilot Nein

Kassel und Fulda bei Abschiebungen vorn

Im Vergleich zu den anderen fünf Landkreisen und der Stadt Kassel, für die das Regierungspräsidium Kassel zuständig ist, sind aus Hersfeld-Rotenburg 2018 mit sieben die wenigsten Menschen (plus acht freiwillige Ausreisen) abgeschoben worden. Stadt und Kreis Kassel: 120 Abschiebungen, 93 freiwillige Ausreisen; Fulda: 64 Abschiebungen, 77 Ausreisen; Schwalm-Eder: 41 Abschiebungen, 67 Ausreisen; Werra-Meißner: 27 Abschiebungen, 53 Ausreisen, Waldeck-Frankenberg: 20 Abschiebungen, 54 Ausreisen. ses/use

Rubriklistenbild: © Daniel Maurer/dpa

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion