Angeklagter zeigte Kindern Pornofilm

18-Jähriger wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt

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Bad Hersfeld/Bebra – Wegen des sexuellen Missbrauchs seiner Nichte und seine Neffen musste sich am Montag ein 18-Jähriger aus Bebra vor dem Jugendschöffengericht verantworten.

Vor gut drei Jahren hatte er als 15-Jähriger den Kleinkindern zunächst einen Pornofilm auf dem Mobiltelefon gezeigt, sie dann aufgefordert, sich auszuziehen und sein Glied an ihrem nackten Po gerieben.

Warum er das getan hat, kann sich der junge Mann heute selbst nicht mehr erklären. „Ich würde es nie wieder tun“, versicherte er dem Gericht unter Vorsitz von Michaela Kilian Bock und bekundete mehrfach sein Bedauern.

Weil bei früheren Verhandlungstermin in dieser Sache für das Gericht nicht ganz klar war, ob der Angeklagte möglicherweise intellektuell oder psychisch beeinträchtigt ist, hatte Richterin Kilian-Bock ein Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben. Psychiater Dr. Helge Laubinger aus Kassel hat sich ausführlich mit dem jungen Mann und dessen Vater unterhalten und berichtete von Problemen mit Mobbing, die der junge Mann wegen einer leichten Körperbehinderung in der Schule hatte, von einem daraus resultierenden Aufenthalt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und dann aber einem erfolgreichen Hauptschulabschluss. Der Gutachter konnte weder Probleme mit Alkohol oder Drogen bei dem 18-Jährigen erkennen noch eine krankhafte seelische Störung. Von Kindern fühle er sich nicht sexuell angezogen, berichtete Dr. Laubinger.

Die Kinder haben wohl, so eine Aussage der Mutter bei der Polizei, keinen offenkundigen Schaden vom Übergriff des Angeklagten davongetragen. Inzwischen gebe es auch wieder Kontakt, wenn auch mit Abstand.

Deutlich kritischer war das Bild, das die Jugendgerichtshilfe von dem jungen Erwachsenen zeichnete. Er lehne therapeutische Gespräche ab, habe sich nicht mit seiner Tat auseinandergesetzt und seine Ausbildung abgebrochen, berichtete die Mitarbeiterin, die jedoch nur den Bericht einer verhinderten Kollegin vorlas und nicht selbst mit dem Angeklagten gesprochen hatte.

Völlig erstaunt waren die anderen Prozessbeteiligten von der Einschätzung, der 18-jährige habe schädliche Neigungen und bei ihm sei eine besondere Schwere der Schuld festzustellen. Dafür sahen weder Staatsanwältin Jessica Maier, noch Verteidiger Christian Kusche oder das Jugendschöffengericht einen Anhaltspunkt. Schließlich hat sich der Angeklagte weder vorher noch nachher etwas zuschulden kommen lassen.

Er wurde zwar schuldig gesprochen, kommt aber mit einer Verwarnung, der Auflage, 40 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten und der Auflage, für sechs Monate mit einem Betreuer zusammenzuarbeiten davon. Der soll ihm helfen, Probleme zu klären und ihn unterstützen.

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