Landkreis schrumpft - Landrat ist zuversichtlich

Modellrechnung: 10.000 Einwohner weniger in Hersfeld-Rotenburg bis 2040

ILLUSTRATION - 09.03.2012, Berlin: Figuren von Menschen in verschiedenem Alter sind am Gebäude des Bundesfamilienministeriums in Berlin auf Scheiben aufgeklebt. Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) legt am 20.08.2019 in Schwerin die neue Bevölkerungsprognose für das Land vor. (zu dpa-lmv: "Regierung legt neue Prognose zur Bevölkerungsentwicklung in MV vor" vom 20.08.2019) Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
+

Die Bevölkerungszahl im Kreis Hersfeld-Rotenburg wird bis zum Jahr 2040 um fast 10 000 Einwohner schrumpfen. Das geht aus einer Modellrechnung des Statistischen Landesamtes hervor.

Diese bezieht sich auf die Bevölkerungsentwicklung in den hessischen kreisfreien Städten und Landkreisen.

Laut der Berechnung würden dann nur noch 111 000 Menschen im Kreis leben. Derzeit sind es offiziell 120 829. Zum Vergleich: 10 000 Einwohner weniger – das entspricht der heutigen Bevölkerung von ganz Friedewald, Kirchheim und Schenklengsfeld.

Zwar gehen die Statistiker in Wiesbaden davon aus, dass bis 2040 mehr Menschen in den Landkreis ziehen als wegziehen (plus fünf Prozentpunkte). Allerdings prognostizieren sie auch, dass wesentlich mehr Menschen im Landkreis sterben, als neu geboren werden. Das Geburtendefizit beläuft sich auf ein Minus von 13 Prozentpunkten.

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Prognose nicht in dem angegebenen Maß eintreffen wird“, kommentiert Landrat Dr. Michael Koch (CDU) die Modellrechnung. Das würden etwa die steigenden Schülerzahlen in den Grundschulen zeigen. „Insgesamt gilt aber, dass wir älter werden und ein Bevölkerungswachstum eher in den Ballungsräumen stattfindet.“ Damit die Modellrechnung nicht aufgeht, wie Koch hofft, müssten Eckpfeiler der Daseinsvorsorge wie Bildungseinrichtungen, Gesundheitsfürsorge, Kulturangebote und sichere Arbeitsplätze im Landkreis erhalten bleiben. „Natürlich müssen wir die Bedingungen insbesondere für Familien verbessern. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe für alle Ebenen der Politik, aber auch Arbeitgeber und sonstige Institutionen“, so Koch.

Verändern wird sich laut der Modellrechnung auch die Bevölkerungsstruktur im Landkreis. Demnach werden im Jahr 2040 fast 4000 mehr Männer als Frauen zwischen Cornberg und Breitenbach am Herzberg leben. Derzeit ist das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen.

Das Durchschnittsalter der Landkreisbevölkerung wird sich, so die Prognose, zudem von 46 auf 49 Jahre erhöhen. (ses)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare