Keine Bewegung im Tarifkonflikt

Metall-Arbeitgeber bieten 2,3 Prozent mehr Lohn

Ludwigsburg - Die Arbeitgeber bieten in der Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie eine Entgelterhöhung von 2,3 Prozent nach zwei Nullmonaten an. Die IG-Metall allerdings fordert doppelt so viel.

Die Fronten im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie bleiben auch nach dem ersten Angebot der Arbeitgeber verhärtet. Während die IG Metall in der zweiten Runde der Verhandlungen in Bayern und Baden-Württemberg auf ihrer Forderung von 5,5 Prozent mehr Geld beharrte, legten die Arbeitgeber in München und Ludwigsburg am Freitag ein deutlich niedrigeres Angebot vor - und stießen damit auf heftigen Widerspruch. Bayerns IG Metall-Chef Jürgen Wechsler nannte die Offerte eine „Provokation“, Baden-Württembergs Bezirksleiter Jörg Hofmann sagte, es sei eine „Unverschämtheit“.

Die Arbeitgeber sehen das naturgemäß völlig anders: „Mit diesem Angebot sind wir einen großen Schritt auf die IG Metall zugegangen“, sagte die Verhandlungsführerin der Arbeitgeber in Bayern, Angelique Renkhoff-Mücke. Für die rund 770 000 Beschäftigten der Branche in Bayern und die 740 000 Beschäftigten in Baden-Württemberg bieten die Arbeitgeber 2,3 Prozent mehr Geld, allerdings bei einer längeren Laufzeit von 13 Monaten, bei der es in den beiden ersten Monaten Mai und Juni keine Erhöhung geben soll. Das Angebot trage der unsicheren und schwierigen Lage der Wirtschaft Rechnung, sagte Renkhoff-Mücke.

Unter dem Strich, sagt die IG Metall, bliebe wegen der Nullmonate nur ein Plus von 1,9 Prozent. „Ich bin von dem Angebot sehr enttäuscht“, sagte Wechsler. Ab dem 2. Mai werde es Warnstreiks geben. „Das Angebot ist nicht diskussionswürdig, sondern es fordert eher den Konflikt heraus.“ Die Branche weise bundesweit über 50 Milliarden Euro an Profiten aus. „Auch die Manager verdienen gutes Geld“, sagte Wechsler. Daran müssten nun auch die Arbeitnehmer beteiligt werden. Die Friedenspflicht endet am 30. April.

Auch 2012 hatte die Gewerkschaft einen Tag nach dem Tag der Arbeit zu ersten Aktionen in der damaligen Tarifrunde aufgerufen. 2012 hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft später im traditionellen Pilot-Tarifbezirk Baden-Württemberg auf eine Lohnerhöhung von 4,3 Prozent verständigt. Offen ist, welche Bezirk in diesem Jahr die Rolle des „Piloten“ übernimmt. „Wir in Bayern sind grundsätzlich dazu bereit“, sagte Renkhoff-Mücke. Es wäre das erste Mal seit 1995, dass Bayern diese Aufgabe übernimmt. Die nächste Verhandlungsrunde ist im Freistaat für den 8. Mai in Nürnberg geplant.

Renkhoff-Mücke verteidigte das Angebot gegen Kritik der IG Metall. „Es bedeutet einen deutlichen Reallohnzuwachs und sichert Beschäftigung.“ Die Branche sehe sich angesichts des Rezession in vielen Ländern Europas vielen großen Risiken und auch weltweit etlichen Unsicherheiten gegenüber. „Wir haben ein vernünftiges und faires Angebot vorgelegt.“ Es biete alle Voraussetzungen, um zügig zu einer Einigung zu kommen, sagte Rebkhoff-Mücke. Vor den Gesprächen hatten in München mehr als 4000 Metaller, in Ludwigsburg mehr als 5000 lautstark ihre Bereitschaft für einen Arbeitskampf demonstriert.

dpa

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