Vorwurf des Missmanagements

Merkel lehnt Arcandor-Staatshilfe ab

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Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt derzeit Staatshilfen für den Karstadt-Mutterkonzern Arcandor ab.

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt derzeit Staatshilfen für den Karstadt-Mutterkonzern Arcandor ab.

“Bei Arcandor muss man zunächst einmal die Eigentümer und die Gläubiger stärker fordern“, sagte die CDU -Politikerin der “Bild am Sonntag“ laut Vorabmeldung. Teile des Konzerns wie der Touristikbereich seien wirtschaftlich gesund. “Das sind Fragen, die beantwortet werden müssen, bevor über Staatshilfen nachgedacht wird.“

Die Parteichefin warf Arcandor Missmanagement mit äußerst ungünstigen Vertragsgestaltungen, zum Beispiel bei den Mietverträgen, vor. “Da ist es überhaupt nicht einzusehen, warum manche in der SPD den deutschen Steuerzahler mit einem Risiko belasten wollen und nicht vielmehr an diesen Ursachen ansetzen.“

Die Standorte von Karstadt seien attraktiv, so dass für viele eine Fortführung wahrscheinlich sei, wenn die Eigentümer und die Gläubiger einen Beitrag leisteten. “Ich empfinde es aber als Zumutung, wenn Leute nach dem Staat rufen, die selbst etwas tun müssen.“

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Stattdessen forderte Merkel die Geschäftsführung auf, Gespräche mit dem Konkurrenzkonzern Metro über eine Fusion der beiden Ketten zu führen. “Es gibt zum Beispiel andere Unternehmen wie die Kaufhof-Betreiber, die Interesse an den Karstadt-Häusern haben. Ich rate der Geschäftsleitung sehr dazu, die entsprechenden Gespräche zu führen und nicht zu versuchen, stattdessen allein den Staat unter Druck zu setzen.“ Arcandor ist zwar bereits in Gesprächen mit Metro. Doch Unternehmenschef Karl-Gerhard Eick sieht eine schnelle Fusion skeptisch und nur als mittelfristige Lösung.

Metro will bei einer Karstadt-Übernahme 40 Warenhäuser in Deutschland schließen. Betroffen wären 10 Filialen der eigenen Tochter Kaufhof und 30 Karstadt-Häuser. Damit würden rund 5.000 Vollzeitstellen wegfallen. Insgesamt betreiben beide Ketten derzeit in Deutschland 206 Warenhäuser.

ap

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