Guttenberg kritisiert Arcandor-Eigner und Banken

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Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ( CSU )

München - Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ( CSU ) hat nach der Insolvenz der Karstadt-Mutter Arcandor die unnachgiebige Haltung der Eigentümer und Banken kritisiert.

“Es ist bedrückend, wenn ein Unternehmen an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gewirtschaftet wird“, sagte Guttenberg am Dienstag in München . “Es waren allerdings weder die Eigentümer noch die Gläubiger bereit, Risiken zu übernehmen. Und diese Risiken können und dürfen dann auch nicht auf den Steuerzahler aufgebürdet werden.“

Die Insolvenz biete aber durchaus auch die Möglichkeit für einen erfolgreichen Neuanfang eines Unternehmens, betonte Guttenberg. Für die betroffenen Unternehmensteile gebe es bereits Interessenten. “Es gibt potenzielle Investoren, die ihr klares Interesse deutlich gemacht haben. Ich kann nur ermuntern dazu, dass man diese Gespräche sucht. Hierin mag durchaus eine Lösung liegen.“

Guttenberg kündigte an, sich bereits am Mittwoch in Berlin mit Arbeitnehmervertretern und Vertretern des Bundesagentur für Arbeit an einen Tisch setzen zu wollen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. “Wir lassen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerinnen als Bundesregierung nicht im Stich.“ Einen Verlust von Arbeitsplätzen auf breiter Front fürchte er nicht. “Ich habe überhaupt keine Sorge, dass 40 000 Arbeitsplätze auf der Strecke bleiben könnten, ganz im Gegenteil.“

Arcandor-Aktie abgestürzt

Der Arcandor-Insolvenzantrag hat die Aktie des Unternehmens am Dienstag abstürzen lassen: Der Kurs brach zeitweise um mehr als 50 Prozent ein. Eine Aktie wurde zwischenzeitlich nur mit 49 Cent gehandelt. So billig war das Papier des Essener Konzerns noch nie.

dpa/ AP

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