G7-Staaten beraten

Gas-Abhängigkeit von Russland: Plan B gesucht

Rom - Die G7-Staaten wollen sich wegen der Ukraine-Krise mit Flüssigas-Importen, großen Gasspeichern und mehr Pipelines aus der Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen befreien.

Die Energieminister der führenden sieben Industriestaaten vereinbarten am Dienstag bei einem Sondertreffen in Rom einen 13-Punkte-Plan. Allerdings bestand Einigkeit, dass Änderungen nur mittelfristig erzielt werden können.

Für die Ukraine sollen Notfall-Pläne erarbeitet werden, falls Russland dem Land den Gashahn zudreht. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) betonte zugleich: „Es wird keine Lösung geben, da waren wir uns einig.“ Die Rom-Initiative dient als Vorlage für den G7-Gipfel am 4. und 5. Juni in Brüssel. Gabriel forderte jenseits aller Diversifizierungspläne auch eine politische Lösung. „Was wir brauchen ist eine Art Energie-KSZE“. Nach dem Vorbild der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa müsse es eine Übereinkunft geben, dass Energie auch in Krisenzeiten niemals als Waffe eingesetzt werde.

„Das zentrale Thema ist, wie man mittel- und langfristig verhindern kann, dass in einer zusammenwachsenden Welt Energie als Waffe benutzt wird“. Deutschland pocht auf eine stärkere Rolle erneuerbarer Energien und auf mehr Effizienz, damit weniger Gas zum Heizen benötigt wird. An den Beratungen nahm auch Italiens Premierminister Matteo Renzi teil.

Im Rahmen der Diversifizierungs-Strategie wurde eine stärkere Rolle von Flüssiggasimporten und der Aufbau entsprechender Terminals vereinbart, Gabriel betonte, dass der Staat das aber nicht vorschreiben könne, am Ende seien das immer Investitionsentscheidungen von Unternehmen. Differenzen gab es bei über eine stärkere Rolle der Atomkraft.

Gabriel betonte, es dürfe nicht nur um die Ukraine gehen, insgesamt seien bei der Energieversorgung eine Diversifizierung der Herkunftsländer, mehr Speicher und Leitungen notwendig, damit bei einem Ausfall von Importen andere EU-Staaten aushelfen können.

dpa

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