Fusionswelle bei Börsen rollt weiter

New York - Gibt's jetzt die große Fusionswelle? Nachdem die Deutsche und die New Yorker Börse ihre Fusion angekündigt haben, bahnen sich weitere Zusammenschlüsse in der Branche an.

Die US-Handelsplattform BATS Global Markets steht nach Informationen des “Wall Street Journal“ vom Donnerstag kurz vor der Übernahme des europäischen Rivalen Chi-X. Als Kaufpreis nennt die Zeitung “bis zu 360 Millionen Dollar“ (265 Mio Euro).

Gemessen an der milliardenschweren Fusion der beiden Großbörsen erscheint das wenig. Doch die erst wenige Jahre alten, alternativen Handelsplätze sind die Senkrechtstarter der Finanzwelt und gelten als Gefahr für die etablierten Anbieter. Sie unterliegen weniger scharfen Vorschriften und können deshalb Transaktionen zu geringeren Gebühren abwickeln. Vor allem im Aktienhandel haben sie den Börsenbetreibern viele Kunden abspenstig gemacht und die Preise gedrückt.

Chi-X Europe ist die erfolgreichste alternative Handelsplattform auf dem Kontinent. Auch BATS ist in Europa aktiv. Hinter beiden Handelsplätzen stehen große Investmentbanken und Brokerfirmen, zumeist aus den USA. Die Fusionsverhandlungen könnten schon in den kommenden Tagen zu einem Abschluss gebracht werden, schrieb das “Wall Street Journal“.

Nach Angaben des US-Wirtschaftssenders “Fox Business“ stehen zudem die Technologiebörse Nasdaq OMX und der Rohstoff-Handelsspezialist IntercontinentalExchange (ICE) in Verhandlungen über einen Zusammenschluss. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in den USA und geraten durch die Fusionswelle immer mehr unter Druck.

Deutsche Börse und NYSE Euronext wollen ihre Fusion bis zum Jahresende in trockenen Tüchern haben. Allerdings sehen sie sich Widerständen bei Politik und Aufsichtsbehörden gegenüber. Beiderseits des Atlantiks wird gefürchtet, dass die jeweils andere Seite das Ruder an sich reißt. Auch die ersten Aktionäre der kleineren NYSE haben mittlerweile geklagt; sie verlangen einen höheren Anteil am Gesamtunternehmen.

dpa

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