Deutsche Warenhaus AG - Fragen und Antworten

+
Eine Zusammenschluss von KarstadtundKaufhof wird immer wahrscheinlicher.

Düsseldorf - Eine Fusion von Karstadt und Kaufhof wird immer wahrscheinlicher. Schon in wenigen Monaten könnte die “Deutsche Warenhaus AG “ Wirklichkeit sein. Fragen und Antworten.

Derzeit gibt es noch insgesamt 206 Kaufhof und Karstadt-Filialen in Deutschland . Wie viele würden bei einer Fusion geschlossen?

Nach den aktuellen Planungen der Metro würden voraussichtlich 30 Karstadt und 10 Kaufhof-Filialen aufgegeben. Rund 20 der von Schließung bedrohten Häuser könnten von anderen Handelsfirmen weitergeführt werden, heißt es bei der Metro. Allein die Konzerntöchter Media Markt und Saturn hätten bereits Interesse an zwölf Standorten signalisiert.

Wie viele Mitarbeiter wären von der Schließung betroffen?

Lesen Sie hierzu auch:

Metro will große Teile von Karstadt übernehmen

Nach Schätzungen der Metro würden zunächst rund 5.000 Vollzeitstellen wegfallen. Die Zahl der betroffenen Mitarbeiter wäre sogar noch größer, da im Handel häufig Teilzeit gearbeitet wird. Doch sieht das Unternehmen große Chancen, dass die Beschäftigten neue Arbeitsplätze bei den Unternehmen finden können, die als Nachmieter die Warenhaus-Immobilien übernehmen. “In jeder Form der Nutzung würden immer auch erfahrende Handelsmitarbeiter gebraucht“, betonte Metro-Finanzvorstand Wolfgang Urban in einem Interview mit der “Welt“.

Droht eine Verödung der Innenstädte?

Eher nicht. Betroffen von den Schließungen wären der Metro zufolge in erster Linie Filialen in Großstädten. Dort stehen sich häufig Karstadt- und Kaufhof-Warenhäuser fast in Sichtweite gegenüber. Aus unternehmerischer Sicht ein Unding. Kleinere Gemeinden mit nur einem Warenhaus, die derzeit besonders um die Attraktivität ihrer Einkaufszonen fürchten, sollen bei der Schließungswelle glimpflich davonkommen. “In 92 Städten gibt es entweder einen Kaufhof oder einen Karstadt, da würde sich zunächst einmal gar nichts ändern“, verspricht Metro-Finanzvorstand Urban.

Würde eine Fusion der beiden größten Warenhauskonzerne nicht am Kartellamt scheitern?

Nicht unbedingt. Der Marktanteil der Warenhäuser ist inzwischen so klein, die Konkurrenz vom Billiganbieter Hennes & Mauritz bis zum Media Markt so stark, dass die Wettbewerbshüter durchaus zu dem Ergebnis kommen könnten, dass die Gefahr einer marktbeherrschenden Stellung der “Deutschen Warenhaus AG “ nicht gegeben ist.

Wie sind die Erfolgsaussichten einer “Deutschen Warenhaus AG “?

Nicht schlecht. Der neue Konzern hätte eine stärkere Marktposition als beide Konkurrenten im Alleingang und könnte deshalb wohl auch bessere Einkaufskonditionen durchsetzen. Für die Kunden könnte dies günstigere Preise und für die Kaufhäuser größere Attraktivität bedeuten. Die Karstadt-Warenhäuser könnten außerdem vom überlegenen Know-how des Konkurrenten Kaufhof profitieren.

Wie hoch wäre der Kaufpreis für Karstadt?

Das ist unklar. “Da wir bisher nicht in die Bücher schauen konnten, können wir derzeit nicht über einen Preis sagen“, erklärte Urban.

Wann könnte die Fusion stattfinden?

Schon bald. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg meint mit Blick auf die Gespräche: “Das muss schnell gehen.“ Der Metro zufolge könnte “das erste Gerüst“ der “Deutschen Warenhaus AG “ bereits Ende Juli stehen.

Würde der Name Karstadt bei einer Fusion verschwinden?

Das ist ungewiss. Bisher gebe es dazu keine Festlegungen, sagte Unger.

ap

Kommentare