Interessent für Escada

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Escada könnte vielleicht gerettet werden.

München - Escada könnte gerettet werden. Der Münchner Anwalt Nickolaus Becker will den Modekonzern kaufen. Konkrete Gespräche solle es schnell geben, sagte er.

Für den insolventen Modekonzern Escada gibt es einen Kaufinteressenten. Der Münchner Anwalt und frühere EM.TV- Aufsichtsratschef Nickolaus Becker bereitet zusammen mit Finanzinvestoren ein Angebot für Escada vor. “Wir werden sehr schnell in konkrete Gespräche mit dem Insolvenzverwalter eintreten“, sagte Becker “Focus-Money“.

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Demnach erwägt er keine Übernahme der börsennotierten Firma, sondern will zentrale Vermögensteile wie die Marke, Lizenzrechte, Warenlager und Läden herauskaufen. Auf die Äußerungen Beckers reagierte das Unternehmen am Dienstag zunächst zurückhaltend. “Escada steht Angeboten von Interessenten selbstverständlich offen gegenüber“, teilte der Konzern mit. Den Vorabbericht des Magazins habe man zur Kenntnis genommen. “Stand heute liegt dem vorläufigen Insolvenzverwalter kein Angebot von einem Konsortium um Dr. Becker vor.“

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Laut “Focus-Money“ ist das Konsortium bereit, einen erheblichen Teil der Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Vernünftig und solide geführt habe das Unternehmen eine Zukunftschance, sagte Becker dem Magazin. Escada mit zuletzt weltweit rund 2300 Beschäftigten hatte in der vergangenen Woche Insolvenzantrag gestellt, nachdem ein finanzieller Notplan für das Unternehmen gescheitert war. In Deutschland sind von der Pleite rund 600 Mitarbeiter betroffen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Christian Gerloff hatte in einer ersten Stellungnahme von Chancen für eine Fortführung des Unternehmens gesprochen.

Becker gilt als Wegbegleiter von EM.TV-Gründer Thomas Haffa. Das Unternehmen hat nach einer schweren Krise einen Umbau durchlaufen, ist eine Allianz mit der Schweizer Highlight Communications und der Filmfirma Constantin eingegangen und firmiert mittlerweile unter Constantin Medien. Mit Becker sowie den früheren Vorstandsmitgliedern Thomas und Florian Haffa lieferte sich das Unternehmen eine jahrelange juristische Auseinandersetzung, weil es ihnen Fehler und Pflichtverletzungen vorwarf. Die drei Betroffenen hatten dies stets zurückgewiesen.

dpa

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