Hauptverband bezieht Stellung

Bauwirtschaft räumt Mindestlohn-Verstöße ein

Berlin - Zwar wehrt sich der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie gegen eine pauschale Verurteilung des Branche, doch Verstöße gegen Mindestlohn-Regeln räumt er ein. 

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hat sich gegen eine pauschale Verurteilung der Branche wegen der Missachtung geltender Mindestlöhne gewehrt. Hauptgeschäftsführer Michael Knipper räumte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag) ein, dass es immer und in jeder Branche schwarze Schafe gebe, deren Geschäftsmodell zulasten der seriösen Betriebe und der Arbeitnehmer gehe. Er verlangte mehr Kontrollen und mehr Personal beim Zoll, um die Einhaltung der vereinbarten Mindestlöhne durchzusetzen.

Nach einer Übersicht des Bundesfinanzministeriums unterlaufen viele Firmen den Mindestlohn. Allein in der Bauwirtschaft wurde im vergangenen Jahr in 1690 Fällen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Knipper sprach von einem „teilweise brutalen Kostendruck“ bei öffentlichen Ausschreibungen, bei denen oft die unseriösen und billigsten Angebote zum Zuge kämen. Das befördere, dass es zu Verstößen komme.

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann machte die Bundesregierung dafür verantwortlich, dass viele Firmen Mindestlöhne unterlaufen. Sie habe die Kontrolle nicht im Griff, sagte er der Zeitung. Die fatale Folge sei, dass es vor allem in der Bauwirtschaft zu Dumpinglöhnen komme und damit zur Vernichtung von Arbeitsplätzen in den Unternehmen, die anständig bezahlten. „Das ist eine absolut negative Entwicklung, der die Bundesregierung nichts entgegenzusetzen hat“, kritisierte der SPD-Politiker.

dpa

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