Dopfer jubelt, Luitz feiert, Neureuther hofft auf Glück

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Fritz Dopfer (rechts) jubelt im Zielraum. Felix Neureuther ist enttäuscht.

Garmisch-Partenkirchen - Auch wenn es klar hinter dem Podest war: Fritz Dopfer hat den deutschen Alpin-Herren das beste WM-Ergebnis beschert. 15. im Riesenslalom - so gut war seit 1996 kein Deutscher mehr in dieser Disziplin.

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Felix Neureuther misslang die Einstimmung auf seinen Slalom-Showdown, Fritz Dopfer glückte dagegen der beste deutsche WM-Riesenslalom seit 15 Jahren. Der 23-Jährige vom SC Garmisch kam am Freitag in der drittletzten Entscheidung bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften als 15. ins Ziel. 1,41 Sekunden betrug der Rückstand auf den amerikanischen Weltmeister Ted Ligety, der im Ziel einen goldenen Ski gereicht bekam. Der Kombinations-Olympiasieger von 2006 war der erste Gewinner bei den Titelkämpfen von Garmisch-Partenkirchen, der in dieser Saison schon zuvor im Weltcup gewonnen hatte.

Wacker - und besser als Neureuther - kämpfte sich der erst 18-jährige Stefan Luitz durch. Zwar fiel der erst zweimal im Weltcup eingesetzte Junior von Rang 13 im ersten Lauf auf Platz 29 zurück - aber für die Zukunft lässt er allemal hoffen. Silber ging an den Franzosen Cyprien Richard, mit Bronze für Philipp Schörghofer wurde das verletzungsgebeutelte österreichische Team entlohnt.

Neureuther war trotz Ausrutschers im ersten Durchgang und großen Rückstands auch auf Platz 34 der gefragte Mann. Ordner mussten ihm den Weg durch die Zuschauertraube bahnen, wo er fleißig Autogramme schrieb. Am Sonntag beim Slalom möchte er die Fans, die sich zum Teil “Felix“-Schriftzüge ins Gesicht geschrieben hatten, mit einer Medaille entzücken. “Einen Knacks gibt's auf keinen Fall“, sagte der zweimalige Weltcup-Gewinner, der alles auf den Auftritt auf “seinem“ Gudiberg am Sonntag zum WM-Abschluss ausgerichtet hat. “Die Vorfreude ist schon extrem groß. Und irgendwann ist das Glück auch auf meiner Seite.“

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Auch im zweiten Durchgang kam Neureuther, der die Gruppe der besten 30 in Lauf eins verpasst hatte, nicht an die Zeit Dopfers heran. Der Garmischer war zwar besser als jemals im Riesenslalom-Weltcup, aber trotzdem nicht so ganz zufrieden. “Wenn man nach dem ersten Durchgang 13. war und im Ziel abschwingt, will man den Einser sehen“, sagte Dopfer, der bei der Einfahrt die Fünf aufleuchten sah. Er staunte über Sieger Ligety. “Wenn jemand drei Weltcup-Riesenslaloms in der Saison gewinnt, hat er es völlig verdient. Hut ab.“

Tapfer schlug sich Luitz. Der Junioren-Vizeweltmeister von 2010 deutete im ersten Durchgang großes Potenzial an. Fünfter war der etwas überraschend und ohne erfüllte Qualifikation für die Titelkämpfe nominierte Skirennfahrer vom SC Bolsterlang bei der letzten Zwischenzeit im ersten Durchgang - und wurde entsprechend bejubelt. “Es ist eine Superstimmung, wenn man ins Ziel kommt und die Leute feiern“, sagte der noch leicht pausbäckige 18-Jährige, der bei der diesjährigen Junioren-WM die erhoffte Medaille verpasst hatte. An diesem Samstag will Luitz in der Slalom-Qualifikation seinen Startplatz für den Sonntag sichern.

Der Garmischer Fritz Dopfer sorgte als 15. für das beste deutsche Resultat bei einem WM-Riesenslalom seit 1996. Damals war Tobias Barnerssoi 16. geworden. Für das erste Top-10-Resultat seit 1993, das von Markus Wasmeier, hatte es nicht gereicht. Beide waren voll des Lobes über Luitz und Dopfer - und die beiden ehemaligen Skirennfahrer hoffen auf Neureuthers Torlauf-Tag am Sonntag.

Von Florian Lütticke und Christian Kunz

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