START
Es sind kaum mehr als 15 Grad, als sich die ersten Teilnehmer an diesem Nachmittag im Startbereich am Gershäuser See versammeln. Der Himmel über dem Ibratal ist wolkenverhangen. Dennoch sind eine ganze Menge Zuschauer gekommen. Man darf ja nicht vergessen, dass der kleine Ort nur etwa 300 Einwohner hat. „Wir haben noch zwei Minuten, bleibt mal ruhig“, ruft Rolf Diebel vom Kampfgericht den Hobby-Triathleten, die am Ufer des Sees langsam unruhig werden und endlich ins Wasser wollen, zu. Kurz bevor Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch, der Schirmherr der Veranstaltung, den Startschuss gibt, fängt es an zu regnen. Neun Schwimmer stürzen sich in der ersten Gruppe in den See. „Wir haben fünf Gruppen nach Leistungsstärke gebildet“, sagt Diebel, der gemeinsam mit Andreas Gangl die Zeiten nimmt. Insgesamt haben sich 57 Teilnehmer angemeldet – darunter vier Dreierteams, die sich die Disziplinen untereinander aufteilen. 400 Meter sind zunächst in zwei Runden zu absolvieren. „Beim Schwimmen trennt sich schon die Spreu vom Weizen“, meint Koch fachmännisch. Nach zehn Minuten steigt der Erste aus dem Wasser. Rhythmisches Klatschen begleitet ihn.
WECHSELZONE EINS
Schnell raus aus den nassen Schwimm-Klamotten, fertig machen für die Radetappe. Auf 20 Kilometern geht es gleich durch das Ibratal am Seepark Kirchheim vorbei, dann weiter bis kurz vor Hausen und von dort über den Radweg nach Kirchheim zurück nach Gershausen. Gershausens Vorsitzender Holger Faulhaber wird die Sportler auf dem Motorrad begleiten.
Heiko Katzler hat beim Wechsel noch Zeit für einen Plausch mit der Presse. „Das Schwimmen ging besser als im vergangenen Jahr – noch fühle ich mich gut“, sagt der Kirchheimer, während er sich die Füße abtrocknet. Er hat zwar nicht die drahtige Figur eines Hobby-Triathleten, schwingt sich kurze Zeit später aber dynamisch auf sein Rennrad. Fußballer Katzler will seine Vorjahreszeit von 1.37 Stunden unterbieten, sagt er. Als er bergab Richtung Hauptstraße steuert, verfolgen ihn die Blicke einer Handvoll Senioren, die es sich auf dem Balkon eines schmucken Wohnhauses mit ihren Kaffeetassen gemütlich gemacht haben. Aus dem Hintergrund ertönt der Startschuss für die dritte Schwimmgruppe.
WECHSELZONE ZWEI
An der Grillhütte am Gershäuser Sportplatz haben sich um kurz nach halb drei erst wenige Zuschauer eingefunden. Drinnen gibt’s Kaffee und Kuchen, draußen brutzeln Bratwürste auf dem Grill. Die Feuerwehr ist da, fleißige Helfer platzieren die Materialkisten der Teilnehmer im nassen Gras. „Es wird heller“, sagt eine grauhaarige Frau und blickt zum Himmel. Um 14.55 Uhr kommt der erste Radfahrer den Berg hinaufgestrampelt. Es ist der 40-jährige Andreas Melbert aus Schlitz. Letzter Wechsel. Am Verpflegungsstand, den Andrea Frank und Margaretha Frankenstein betreuen, nimmt er sich einen Becher Wasser und ein Stück Banane. Dann geht’s auch schon weiter – wieder bergauf.
ZIEL
Es ist 15.20 Uhr, als Melbert zum zweiten Mal den Berg zum Gershäuser Sportplatz hinaufkommt. Diesmal in Laufschuhen. Etwa 25 Minuten hat er für die fünf Kilometer über Berg und Tal gebraucht. „Es hat Riesenspaß gemacht. Ich mache gern Ausdauersport und war auch schon letztes Jahr dabei. Toll organisiert die Veranstaltung“, sagt er. Zufrieden mit der Zeit? „Keine Ahnung, ich habe nicht gestoppt“, sagt der 40-Jährige lachend und zeigt auf seine Handgelenke, an denen sich tatsächlich keine Uhr befindet. Eine knappe halbe Stunde später, der Regen hat jetzt aufgehört, ist auch Heiko Katzler im Ziel. Seine Frau hat eine Zeit unter 1.30 Stunden gestoppt. „Super, ich bin zufrieden“, sagt er strahlend. Und was machen die Knochen? „Eigentlich ist alles gut. Aber wenn du es nicht gewöhnt bist, läufst du nach dem Radfahren erstmal wie auf Eiern.“ IN ZAHLEN
Von Sascha Herrmann


























