Der Rostocker wäre wohl kein Kandidat für die 14. Edermünder Runde am 19. August in Besse, schließlich braucht ihn sein Team Lotto Belisol als excellenten Sprinter bei den zeitgleich stattfindenden und recht flachen HEW Classics in Hamburg, dem einzigen deutschen Weltpokalrennen. Drum hat Ralf Pfeiffer, der Rennleiter von Nordhessens einzigem Profirennen, auch das gesamte Feld im Auge, welches auf die 3479 km lange Schleife von Lüttich über die Alpen und Pyrenäen nach Paris ging. Insbesondere die 13 deutschen Fahrer, wovon einige für die Edermünder Runde durchaus in Frage kommen. Johannes Fröhlinger beispielsweise, im letzten Jahr Dritter in Besse oder auch Marcel Kittel, der bei der 13. Auflage, zum ersten Mal Bekanntschaft mit den welligen 50 Runden a 1,6 km machte.
Eigentlich waren‘s nur 48, denn 3,2 km vor dem Ziel musste der zweifache Deutsche U23-Meister im Einzelzeitfahren in aussichtsreicher Position wegen einer Reifenpanne passen. Was den 24-Jährigen, der zuvor vier der sieben Etappen der Polen-Rundfahrt gewonnen hatte, keineswegs dazu bewog, eine Rückkehr nach Nordhessen auszuschließen: „Das Rennen hier hat mir richtig gut gefallen.“ Das ist auch bei Danilo Hondo der Fall, dem Sieger von 2006, der gerade in Frankreich den Anfahrer für Alessandro Petacchi macht.
Kein Zweifel, Ralf Pfeiffer will trotz schmalen Etats von 20 000 Euro wieder einige Weltklasse-Fahrer nach Edermünde locken. Und hat ungewöhnlich früh schon eine recht vielversprechende Zusage in der Tasche: Die aktuelle U23-Nationalmannschaft kommt mit sieben Top-Fahrern. Der Talentschuppen also, aus dem Klasseleute wie André Greipel und Marcel Kittel hervorgegangen sind. Ein Coup, den der Rennleiter und seine Crew wohl auch alten „Seilschaften“ zu verdanken hat. Einen heißen Draht zu Bundestrainer Ralf Grabsch nämlich, der als Wiesenhof-Fahrer ein erfolgreicher und gern begrüßter Gast bei der Edermünde Runde war.
Derzeit nicht bei der Tour, aber trotzdem im Favoritenkreis, sind einige heimische Fahrer. Allen voran Dirk Müller (Team Nutriccion) aus Niederaula, der im letzten Jahr seinen vierten Sieg feierte. Auch Marcus Koob und Axel Hauschke vom Regio-Team. Für die Amateure der Saisonhöhepunkt und der Anreiz, es den Profis mal so richtig zu zeigen. Was beiden bereits mit mehren Podiumsplätzen gelang. Auch sie verfolgen derzeit ganz genau die Tour de France. Und nicht nur wegen ihrer Begeisterung für den Radsport.
Von Ralf Ohm



























