„Das darf uns einfach nicht passieren“, sagte ein sichtbar ratloser Hessen-Trainer Markus Heide nach dem Spiel. „Uns hat einfach komplett der Kopf gefehlt – wir haben das Spiel nie gespielt, haben die Überzahl nicht genutzt, waren immer zu hektisch und zu lethargisch.“
Schon nach zwölf Minuten lag die SG Hessen, von einem großen Teil der Konkurrenz als Titelkandidat gehandelt, überraschend 0:1 zurück. Nach einem schnellen Pass aus dem Mittelfeld hatte Alexander Raabe Hessen-Torwart Johannes Oetzel überspielt und sein Team 1:0 in Front gebracht. Nicht nur bei diesem Treffer machten Oetzels Vorderleute keine gute Figur. Auch beim 2:0, das nur zehn Minuten später fiel, sahen sie alles andere als gut aus. Weit vorgerückt ließen sie sich erneut durch einen Steilpass ausschalten, den Emmanuel Crawford nach starkem Antritt sicher verwertete.
Dass FSV-Mann Timo Reith nach zwei überflüssigen Fouls zwischenzeitlich mit Gelb-Rot den Platz verlassen hatte, war weder zu diesem noch zu einem späteren Zeitpunkt zu spüren. Auch beim 3:0, das zehn Minuten vor dem Pausenpfiff fiel, nicht: Crawford, der auf der rechten Seite immer wieder für Gefahr sorgte, setzte sich an der Eckfahne gegen Verteidiger Alexander Winkler durch und schlug eine Flanke vors Tor – Christian Nuhn drückte den Ball über die Linie (35.).
Wechsel ohne Wirkung
Während die Gastgeber hinten sicher standen und nach vorn Überblick und Kaltschnäuzigkeit bewiesen, fanden die Hessen zu keiner Zeit wirklich ins Spiel. Auch die Einwechslung von Christian Winter und Sebastian Fey zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigte nicht die erhoffte Wirkung. Zwar erhöhten die Gäste im zweiten Abschnitt ein wenig den Druck und kamen zu einer Handvoll Chancen, jedoch blieben die allesamt ungenutzt. Bezeichnend war daher irgendwie auch, dass Christian Winters Ehrentreffer (75.) vorausging, dass FSV-Keeper Waldemar Hafner über den Ball stolperte.
Den alten Abstand stellte letztlich 1:0-Torschütze Raabe wieder her. Eine Minute vor dem Schlusspfiff nutzte er die erneute Inkonsequenz der Hessen-Defensive aus – und bescherte Team sowie Trainer Stefan Huff einen deutlichen Sieg. Jener war nach dem Spiel übrigens erwartungsgemäß glücklich. „Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen“, sagte er. „Sie hat genau das umgesetzt, was wir vor dem Spiel besprochen haben.“
Hohe Luft: W. Hafner - V. Hafner, Habryka, Younan, Nuhn (62. Krumme), Raabe, Eyerich (81. Lidzba), Crawford (85. Dipp), Reidt, Voth, Geras
SG Hessen: Oetzel - D. Pfalzgraf, Orth, M. Pfalzgraf, Deneke, Winkler (40.? S. Zeller), May, Reiche, Guemues (46. Fey), Tessmer, Prokopenko (46. Winter)
SR: B. Borschel (Wehretal) - Z: 600
Tore: 1:0 Raabe (12.), 2:0 Crawford (22.), 3:0 Nuhn (35.), 3:1 Winter (75.), 4:1 Raabe (89.)
Gelb-Rot: Timo Reidt (Hohe Luft, 16.)
Von Kristina Marth



























