Doch für die Paralympics, die vom 29. August bis zum 10. September dauern, müssen sich beide erst einmal qualifizieren. In zwei Kaderlehrgängen, die beide im thüringischen Suhl ausgetragen werden, müssen sowohl Schmermund als auch Hiltrop ihr Können beweisen. Der erste ist für die Luftgewehrschützen und findet bereits an diesem Wochenende statt. Der zweite folgt in der letzten Juniwoche in den Kleinkaliber-Disziplinen. Für London stehen dem deutschen Team acht Startplätze – sechs für Männer, zwei für Frauen – zur Verfügung.
Die Stimmung bei Schmermund vor dem ersten Quali-Schießen im Luftgewehr ist gedämpft. In den vergangenen Wochen plagte sich die 40-jährige Teamchefin des Mengshäuser Bundesliga-Luftgewehrteams mit einer eitrigen Mandelentzündung herum. Kaum hatte sie sich davon erholt, kam noch eine Nackenversteifung hinzu. „Das hat mich alles aus dem Rhythmus gebracht. Ich hinke ganz schön hinter meinem Trainingsplan her“, erzählt Schmermund.
Gegen ein frühzeitiges „Aus“ in der Quali spricht jedoch, dass sie derzeit die nationale Norm mehr als erfüllt. Die liegt beispielsweise im Luftgewehr bei 388 Ringen, Schmermund lag aber mit ihren letzten Resultaten – 390 und 398 – weit über der geforderten Ringzahl. Für Hiltrop dagegen gilt das Olympische Motto: „Dabeisein ist alles“. Das ganze Werratal drückt der jungen Nachwuchsschützin für die Qualifikation die Daumen. Um die Kosten für die Vorbereitung für die Paralympics zu decken, erhielt Hiltrop große Unterstützung – zum Beispiel von der Werratalschule.
Paar knapp gescheitert
Nicht bei Olympia an den Start gehen wird dagegen Kenneth Paar, Mannschaftskollege von Schmermund in der Mengshäuser Luftgewehr-Bundesligamannschaft. Er scheiterte nach Auskunft von Schmermund bei der nationalen Ausscheidung nur knapp.
Von Hartmut Wenzel


























