802.09.1002.09.10|Regionalsport|
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Bad Hersfeld. Und dann, in der zweiten Minute der Nachspielzeit, kommt der Ball von Ingo Zeller aus dem Mittelfeld doch noch irgendwie zu Sebastian Hodes. Der Stürmer der SG Hessen/SpVgg zieht kurz an – und dann trocken ab. Während sein Schuss unter den flehenden Blicken der Hersfelder Fans lang, länger und immer länger wird, merkt Niederaulas Torhüter Steffen Herwig, dass seine Finger wohl um Bruchteile zu kurz sein werden. Zack - der Ball schlägt kurz neben dem langen Pfosten ein.

Mit Haken und Ösen: Niederaulas Viktor Dercho (in Rot) kämpft mit Hersfelds Christian Winter um den Ball. Emmanuel Crawford schaut aus sicherer Entfernung gebannt zu. Foto: Eyert
Der Rest ist Jubel: Die SG Hessen/SpVgg hat das Nachbarschaftsderby der Fußball-Gruppenliga in letzter Sekunde mit 2:1 (1:1) gegen die SG Niederaula/Hattenbach gewonnen.
Wer in der Nachspielzeit ein umkämpftes Spiel gewinnt, ist der glückliche Sieger. So ist Fußball. Und doch hätten die Gastgeber, die gut begonnen hatten, dass Spiel schon früher zu ihren Gunsten entscheiden können – oder müssen? 17 Minuten sind gespielt, als Hodes eine Flanke des starken Spielgestalters Felix Reiche vom rechten Flügel am Fünfmeterraum zum 1:0 eindrückt.
Die Hessen hatten das Spiel im Griff und wären wohl auch deutlicher in Führung gegangen, wenn Viktor Dercho Christian Winter nicht im letzten Moment geblockt hätte. Oder aber Winters Kopfball oder Hodes’ Knaller, den Herwig gut parierte, drin gewesen wären.
Dann aber, wie aus dem Nichts, rauscht ein abgefälschter Freistoß von Sebastian Fey zum Ausgleich ins Netz (27.). Und hätte Niederaulas Björn Ritz zweimal schneller geschaltet, oder Fey eine Minute vor der Pause die Übersicht behalten, wären die Gäste mit einer Führung in die Kabinen gegangen. Auch so ist Fußball.
In der zweiten Halbzeit blieb die Partie zwar intensiv, wurde aber zusehends zerfahrener. Niederaula besaß jetzt optische Vorteile und kam durch Alex Müller und Ritz, die knapp vorbei zielten, zu Chancen. Doch hätte, wenn und aber. Die letzte Viertelstunde gehörte den Gastgebern. Hersfeld machte Druck, wollte den Sieg – und bekam ihn auch. Weil Ingo Zellers Ball aus dem Mittelfeld dann doch noch irgendwie zu Sebastian Hodes kam. So ist Fußball.
SG Hessen/SpVgg: Ernst - Winkler (65. I. Zeller), Tessmer, Deneke, M. Pfalzgraf - Crawford (72. Müller-Siebert), Englich (46. D. Pfalzgraf), Reiche, Orth - Winter, Hodes
SG Niederaula/H.: Herwig - Sauer, Reimann, Dercho, Steinberg - Orth, Altmann, Simon, Ritz - Müller (90. Seitz), Fey
SR: Martina Storch-Schäfer (FT Fulda) - Z: 550
Tore: 1:0 Hodes (17.), 1:1 Fey 27.), 2:1 Hodes (90+2)
Gelb-Rote Karte: Ritz (88., Niederaula) wegen Foulspiels
Von Sascha Herrmann
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