Doch das Vorhaben, besser zu starten als im vergangenen Jahr, missriet zunächst. Jeder sah beim 0:2 gegen Vellmars Zweite: Ein Rhythmus als Team war überhaupt noch nicht erkennbar. Einige mühten sich so gut sie konnten (Christoph Wiegand, Schuch, Pannek), andere beschäftigten sich viel zu sehr mit sich selbst, wieder andere schienen nicht wach und nicht bei der Sache.
Reizwort Konkurrenz
Eine andere Konstante sprach der Trainer an. „Wir brauchen Spieler, die auf einige andere Druck ausüben können, damit die nicht wieder lethargisch spielen“, bemerkte Norbert Rickert. Es schien sich im Vergleich gegen Vellmar (Domachowski und Neuzugang Müller fehlen noch verletzt) anzudeuten, dass der Reiz und die Notwendigkeit der Konkurrenz im eigenen Haus im schmalen Kader des SVA nicht eben gegeben sind.
Doch jeder habe, schob der Coach treffend nach, eine zweite Chance verdient. Und der sehen die SVA-Kicker schon am morgigen Mittwoch entgegen: Die Herausforderung im Regionalderby beim TSV Lehnerz steht bevor, Spielbeginn: 19 Uhr.
Aggressiv
Möglich, dass dem SVA die Rolle des Außenseiters entgegenkommt. Der Gast könnte die Chance nutzen, als Team aufzutreten, aggressiv zu verteidigen und kompakt zu stehen. Wenngleich Rickert bei seiner Beobachtungstour vom Kontrahenten trotz des 0:0 angetan war. „Lehnerz ist sehr stark besetzt. Die Mannschaft lässt den Ball klasse laufen.“
Henry Lesser, neuer Trainer des TSV Lehnerz, indes ist dafür bekannt, den Ball flach zu halten. Nicht nur auf dem Platz. Auch in der öffentlichen Wahrnehmung. „Wir haben in Neuhof 90 Minuten das Spiel machen müssen. Und wir haben es versäumt, aus unseren drei, vier hochkarätigen Chancen ein Tor zu machen. Die Durchschlagskraft hat uns gefehlt“, sagt er. Beim Premierenspiel standen mit Torjäger Peter John (aus Flieden gekommen), Jan-Henrik Wolf (A-Junioren Bronnzell), Patrick Schaaf (Eintracht Frankfurts U23, früher Flieden), David Bettendorf (Künzell) und Pierre Mistretta (mit Lesser aus Neuhof) gleich fünf Neue im Team. Jeder Prozess benötige seine Zeit, meint er und fügt an: „Jede Mannschaft braucht erstmal drei, vier Spiele, um ihren Rhythmus zu finden.“
Der Coach betont, dass es viele gute Mannschaften in der Klasse gebe und es nicht gerechtfertigt sei, künstlich Druck aufzubauen. „Das ist das, was die Medien wollen. Es gibt ja nur noch Hoch und Tief. Was anderes gibt es ja nicht mehr.“
Tagesform entscheidet
Auch die Ausgangslage vor dem morgigen Vergleich gegen den SVA sieht er nüchtern. „Das Spiel geht bei null los. Es ist für beide Teams wichtig. Die Tagesform entscheidet.“ Was uns nicht davon abhält, dem Gast eine bessere Verfassung zu wünschen, als dies am Sonntag der Fall war. Denn die benötigen die Kicker des SVA. Um, vom Ergebnis abgesehen, mehr Mut und Zuversicht mitzunehmen. Foto: Wenzel/Ar
Von Walter Kell



























