Auch die Kicker der Reserve der FSG Bebra und des FC Gershausen. Die waren eine halbe Stunde vorher mit ihrem Relegationsspiel zur Kreisliga A fertig und hatten schon sechs Tore gesehen, bevor es die drei EM-Treffer des Abends dazugab. FSG-Betreuer Herbert Höttl gibt sich optimistisch: „Das kann bis ins Endspiel gehen für die deutsche Mannschaft! Weder vor Polen im Viertelfinale noch vor England oder Frankreich in einem Halbfinale müssen wir allzu große Angst haben.“ Die Kritik an Doppeltorschütze Mario Gomez geht nun „eindeutig ins Leere“, stellt Höttl fest, dem es imponiert, dass Bundestrainer Löw da „so besonnen reagiert hat.“
Auch Ralf Goßler stellt fest, dass Löw mit dem Festhalten an Gomez „alles richtig gemacht“ hat. Ein Stürmer werde nun mal an Toren gemessen. Die Debatte zuvor fand der Mädchen-Stützpunkttrainer im Hessischen Fußballverband völlig überzogen: „Das ist unglaublich, sowas macht man einfach nicht.“
Ein Spiel auf höchstem europäischen Niveau hatte Andreas Rygula, Trainer des Kreisoberligisten SV Rotenburg, gesehen. „70 Minuten war die deutsche Elf klasse“, fand er. Auch er findet die Kritik an Gomez falsch: „Ein Stürmer läuft eben zehn Kilometer und trifft nicht, der andere vielleicht fünf Kilometer – und trifft dann dreimal.“
Der gebürtige Pole reist am Wochenende in seine Heimat und wird sich die Partie Polen gegen Tschechien sowie das Viertelfinale in Danzig anschauen – also die Begegnung, in der Deutschland auf Polen treffen könnte. „Dann“, glaubt Rygula, der seit 21 Jahren in Deutschland lebt, „gewinnt Deutschland. Die polnische Defensive kann die deutschen Stürmer nicht stoppen.“
Kreis-Schiedsrichter-Lehrwart Karsten Vollmar (TSV Kalkobes) war vom Spiel der deutschen Elf gegen die Niederlande positiv überrascht. „Das war schon spielstärker als gegen Portugal“, findet er. Das Halbfinale traut der Unparteiische der deutschen Mannschaft auf alle Fälle zu – andere Nationen seien bislang jedenfalls nicht überzeugender aufgetreten. Für Vollmar ist Mario Gomez schon vor der EM ein „heimlicher Star“ gewesen. „Ich fand den Umgang mit ihm nach dem Portugal-Spiel absolut ungerecht. Seine Tore sprechen klar für ihn“, sagt Vollmar.
Tomas Pankiewicz, der für die TG Rotenburg Handball und für die Reserve der SG Hessen/SpVgg Fußball spielt, freut sich über den „perfekten Start“ der Deutschen. Er habe am Mittwoch eine klare Steigerung gesehen und halte sogar den Titelgewinn für möglich. „Wir haben noch Luft nach oben“, ist er sich sicher. Die Diskussion um Mario Gomez bewertet der 26-Jährige als absolut überflüssig. „Das bringt nur Unruhe, die niemand gebrauchen kann.“
Von Rainer Henkel und Sascha Herrmann



























