Es war alles andere als ein hochklassiges Spiel, das die Kontrahenten den Zuschauern boten, und ganz sicher war es auch für beide Trainer – Uwe Teichmann auf SGN- und Hans Schweigert auf TSG-Seite – noch nicht die vielleicht insgeheim erhoffte Standortbestimmung. Ärgerlich aus Teichmann-Sicht war, „dass meine Mannschaft es nicht verstanden hat, einen 2:0-Vorsprung über die Zeit zu bringen.“ Und so ganz Unrecht hatte Pendant Hans Schweigert wohl auch mit der Bemerkung, „dass, wenn die Partie noch fünf Minuten länger gegangen wäre, wir vielleicht sogar noch gewonnen hätten“ nicht.
Nun, am Ende durften beide mit der Punkteteilung zufrieden sein. Freilich nicht mit der Leistung. Denn zu zerfahren waren die meisten Aktionen auf beiden Seiten, folgte dem Ballgewinn fast postwendend der Ballverlust. Konstruktive Aufbauarbeit war eher die Ausnahme. Und so kam es, dass in der ersten Halbzeit (fast) nichts kam, was Torgefährlichkeit betraf. Weshalb der einzige Treffer in Halbzeit eins denn auch einer Standardsituation entsprang, als Ritz einen Freistoß aus etwa 25 Metern aus halblinker Position in den Strafraum zirkelte und der aufgerückte SGN-Libero Reimann per Kopf einnickte. Es war vielleicht der Lohn für ein ganz klein wenig mehr Druck auf das Gästetor nach einer Anfangsphase, in der Oberaula leicht überlegen war.
„Es gab beiderseits viel Leerlauf. Man merkte, dass in diesem ersten Spiel noch viel Unruhe herrschte. Ich denke aber, das wird in den nächsten Spielen besser“, glaubt Hans Schweigert, der zunächst einmal einen Schock zu verkraften hatte: Nach einem Pass von links tanzte Andreas Brieschke in der 55. Minute gleich drei TSG-Spieler auf engstem Raum aus und bugsierte mit etwas Glück das Leder zum 2:0 über die Linie.
Alles gelaufen? Denkste! Denn Oberaula merkte, dass, wenn’s spielerisch nicht läuft, mit Kampfgeist ebenfalls Erfolge erzielt werden können. Zwar hatte die SGN in der 67. Minute durch Harry und Niklas Braun gleich zweimal innerhalb weniger Sekunden die Chance, auf 3:0 zu erhöhen, doch blieben die Chancen ungenutzt. Und als der ungemein agile Paul Kozik mit einem wunderbaren Schuss aus der Drehung zwei Minuten später zum Anschluss traf, konnte man erahnen, dass der Gastgeber noch in Bedrängnis geraten könnte. Was dann durch Koziks zweiten Treffer, als er elegant über Keeper Freisinger hob, auch bestätigt wurde.
Niederaula/Hattenbach: Freisinger - Steinberg (7. Dickert), Wekker, Reimann, Brieschke, Ritz, Harry Braun (79. Reuber), Orth, Niklas Braun, Dercho (72. Seitz), Philipps
Oberaula: Krell - Schreiber, Cojocaru (76. Wahl), Muratidi, Kibenko, Albert (61.Schmelzel), Kozik, Roth, Fischer, Petersohn, Weber
SR: Muschik (Roßbach) - Z: 350 - Tore: 1:0 Reimann (39.), 2:0 Brieschke (55.), 2:1, 2:2 Kozik (69., 79.)
Von Hans Hantke



























