Bei den Hessen- und Pfalzmeisterschaften des größten Bodybuilding-Verbands IFBB (International Federation of Bodybuilding and Fitness) belegte er Anfang Mai den ersten Platz in der Kategorie „Body Classic“. Und qualifizierte sich damit auch für die Deutsche Meisterschaft, wo es immerhin für die Top Ten reichte. Bei der Bayerischen Meisterschaft hatte er zuvor den dritten Rang erreicht. Von seinem Erfolg zeigt sich der 29-Jährige selbst überrascht – zumal es sein erstes Wettkampf-Jahr ist.
Das Gewicht entscheidet
„Body Classic“ ist eine eigene Klasse neben der Junioren-, Männer- und Frauenklasse, bei denen allein das Gewicht der Sportler entscheidend ist. In der „Body Classic“ zählt auch die Größe. „So wird niemand benachteiligt“, erklärt Mortka, der bei 1,79 Meter ein Wettkampfgewicht um die 80 Kilogramm auf die Waage bringt. „Sonst sind es knapp 90 Kilo.“ Außerdem würden andere Posen als beim klassischen Bodybuilding gezeigt, „eher im alten Stil“, so Mortka. Als er 2006 mit dem Kraftsport anfing, wollte er nach einem Kreuzbandriss, den er sich beim Fußballspielen zugezogen hatte, vor allem seine Beinmuskulatur stabilisieren – doch daraus wurde schnell mehr. „Das hat einfach Spaß gemacht und wenn ich etwas mache, dann richtig“, sagt Mortka, und im Gegensatz zum Teamsport Fußball könne er nun trainieren, wann er mag. Zum Bodybuilding sei er dann über eine Plattform im Internet gekommen. So fand er auch einen Trainer, mit dem er nun regelmäßig in Bayern trainiert und der ihm Tipps zum Training und zur richtigen Ernährung gibt – denn für die optimale Form zählt beides.
In einem Bad Hersfelder Fitnessstudio stemmt der 29-Jährige zusätzlich allein Gewichte. In der Vorbereitung auf einen Wettkampf wird sechs Mal die Woche für etwa eine Stunde trainiert – an Geräten und mit Freihanteln. Zusätzlich hält Mortka eisern Diät.
Jede Mahlzeit wird abgewogen, es gibt viel Reis, Fisch, Hühnchen, Kartoffeln oder Gemüse. „Fettarm, aber nicht fettlos und ausgewogen“, erklärt Mortka, der zugibt, in solchen Diätphasen vor allem Schokolade zu vermissen. Aber: Süßigkeiten und Alkohol sind tabu, ebenso lange Disconächte, denn auch ausreichend Schlaf sei ebenfalls wichtig. Alle dreieinhalb Stunden wird gegessen, zur Arbeit nimmt der 29-Jährige seine Mahlzeiten einzeln abgepackt in Frischhaltedosen mit.
In der Woche vor einem Wettkampf wird zunächst besonders viel getrunken, einen Tag vorher dann allerdings so gut wie nichts mehr. Ein geringer Fett- und Wassergehalt im Körper lässt die Muskeln besonders gut zur Geltung kommen. Beim Wettkampf muss neben der Form dann auch das Posing stimmen. Nach der Präsentation von festgelegten Grundposen folgt eine Posing-Kür zu Musik. Eine Jury bewertet das Ganze. Die dunkle Hautfarbe, die im grellen Scheinwerferlicht für mehr Kontraste und eine besser sichtbare Muskelteilung sorgen soll, kommt aus der Sprühdose oder wird aufgepinselt.
Komisches Gefühl
Das erste Mal auf der Bühne zu posieren, sei schon komisch gewesen, erinnert sich Bartholomäus Mortka. Aber wenn Form und die Diät stimmten, könne man eigentlich ganz locker in einen Wettkampf gehen. Für dieses Jahr sind keine weiteren Starts geplant, 2013 will Mortka seine Muskeln aber auf jeden Fall wieder bei Wettkämpfen zur Schau stellen. Zu gewinnen gibt es dort neben Pokalen und Medaillen übrigens Eiweiß.
Von Nadine Maaz



























