Gut und gerne hätte das Ergebnis am Ende auch 8:8 lauten können. 0:1, 2:1, 2:3, 5:3 und am Ende eben 5:5 – diese Torfolge kommt dabei raus, wenn beide Mannschaften das Wort „Defensive“ für 90 Minuten aus ihrem Wortschatz streichen. Für die 300 Zuschauer war es einfach nur ein Offensivspektakel zweier Kreisrivalen, die sich am Ende einer langen Saison nicht mehr besonders weh tun wollten.
Niederaulas vierfacher Torschütze und Spielertrainer in Personalunion Fabian Kallée meinte nach Abpfiff: „Vielleicht lähmte einige von uns, dass wir heute punkten mussten, um den Ligaverbleib einzufahren.“
Hessen-Trainer Markus Heide gab einigen Spielern den Vorzug, die nicht unbedingt die erste Geige in einer, für die SG Hessen/Spvgg. hervorragenden und mit Platz drei gipfelnden Saison spielten. So war es auch zu erklären, dass Niederaula bei einigen seiner Treffer förmlich zum Toreschießen eingeladen wurde.
„Durch die vielen Wechsel kam bei uns sicherlich ein Bruch ins Spiel. Es ist gerade für Johannes Oetzel schade, dass ihn bei den letzten Toren die Mannschaft im Stich gelassen hat“, haderte Heide nach Spielende. Niederaula zeigte trotz der Rückstände Moral und erreichte den noch fehlenden Punkt, um den direkten Ligaverbleib zu sichern.
Analyse
Allerdings gilt es laut Kallée „sich nach der Saison zusammenzusetzen und die abgelaufene Serie entsprechend zu analysieren“. Er gab zu, dass so eine Saison Spuren hinterlässt, vor allem „wenn du am Ende der Saison trotz 42 Punkten im Abstiegskampf steckst und die Verantwortung für die Mannschaft trägst.“ Vor allem im defensiven Bereich ließ Niederaula die nötige Stabilität vermissen.
Haarsträubende Fehler ebneten der besten Offensive der Liga ihre Torerfolge an diesem Tag. „Das einzige was mich heute richtig ärgert ist, dass der Kallée vier Buden gemacht hat“, schob Heide zum Schluss noch augenzwinkernd nach. Seine Defensive wird sich im nächsten Jahr nicht so Aussetzer leisten, wenn es wieder heißt: Hessen/SpVgg Hersfeld gegen Niederaula/Hattenbach.
Hessen/SpVgg: Ernst (58. Oetzel) - Winkler (58. I. Zeller), M. Pfalzgraf, Draht, Tessmer - Orth, Müller-Siebert (74. Hodes), May - Winter, Deneke
Niederaula/H.: Freisinger - Steinberg, Wekker, Geisser, Willems - Orth (46. Seitz), Ritz, Dercho, Dickert - Kallee, Müller
Z: 300 SR: Muschik (Hünfeld)
Tore: 0:1 Müller (12.), 1:1 Prokopenko (19.), 2:1 M. Pfalzgraf (30.), 2:2, 2:3 Kallée (60.,62.), 3:3 Tessmer (63.), 4:3 Winter (70.), 5:3 Prokopenko (77.), 4:5, 5:5 Kallée (78.,84.)
Von Florian Schott



























