Behrenbruch Zehnkampf-Europameister

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Behrenbruch Zehnkampf-Europameister

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Helsinki - Europas „König der Athleten“ kommt aus Deutschland: Pascal Behrenbruch hat EM-Gold gewonnen. Sprint-„Königin“ Verena Sailer dagegen ist entthront.

pascal

© dpa

Pascal Behrenbruch

Behrenbruch hat das erste deutsche EM-Gold eines Zehnkämpfers seit Joachim Kirst 1971 für die DDR ebenfalls in Helsinki gewonnen und feierte den Triumph schwer atmend und mit erhobenen Armen. „Das ist ein Riesengefühl. Es hat perfekt geklappt. Gold hatte ich im Kopf, aber ich wollte es nicht sagen. Wenn ich Vierter geworden wäre, dann hätten viele gesagt: Der hat nur eine große Klappe“, sagte der Frankfurter stolz.

Über 100 Meter ging Titelverteidigerin Sailer am Donnerstagabend als Sechste leer aus. Nach 11,28 Sekunden flitzte Iwet Lalowa aus Bulgarien als Erste über die Ziellinie. „Das ist gründlich in die Hose gegangen“, schimpfte Sailer. Für das 89-köpfige Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) war Behrenbruchs Erfolg am kühlen zweiten Wettkampftag die zweite Medaille bei der Generalprobe für die Olympischen Spiele in London. Arne Gabius hatte am Tag zuvor Silber über 5000 Meter geholt.

Behrenbruch hatte nach der persönlichen Bestleistung von 5,00 Metern im Stabhochsprung erstmals die Führung vor dem Ukrainer Alexej Kasjanow übernommen und gab sie auch im Speerwerfen und im abschließenden 1500-Meter-Lauf nicht mehr ab. Am Ende lag der 27-Jährige, der sich mit dem DLV überworfen hat und bei Olympiasieger Erki Nool in Estland trainiert, mit 8558 Punkten vorn.

Silber ging an Kasjanow (8321), Bronze an den Russen Ilja Schkurenjow (8219). Norman Müller (Halle/Saale) wurde Siebter. Die letzte Zehnkampf-Medaille für Deutschland bei einer EM hatte Christian Schenk 1994 mit Bronze geholt, den letzten internationalen Titel ebenfalls der Rostocker bei den Sommerspielen 1988 in Seoul.

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Nach ihrem Coup 2010 und einer verletzungsbedingten Pause 2011 meldete sich Sailer zwar als deutsche Meisterin zurück. Bis an die europäische Spitze reichte es aber nicht. „Ich wollte hinten Gas geben, aber es ging nicht. Ich bin schon echt enttäuscht“, meinte sie mit langem Gesicht. „Man hat sich denken können, dass ich eine Medaille machen wollte. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Staffel. Mit uns Dreien ist da was drin.“

Tatjana Pinto (Münster) und Sailers Clubkollegin Anne Cibis (früher Möllinger) belegten im Finale die beiden letzten Plätze. Lalowa siegte vor den zeitgleichen Olessja Powh aus der Ukraine und Lina Grincikaite aus Litauen (11,32). Bei den Männern kam Topfavorit Christophe Lemaitre aus Frankreich schwer aus dem Block: Der dreifache Sprint-Europameister von 2010 setzte sich erst auf den letzten Metern gegen seinen Landsmann Jimmy Vicaut durch und gewann in 10,09 Sekunden mit drei Hunderstel Vorsprung.

Im Weitsprung schlug die beste Deutsche die Hände über dem Kopf zusammen - und freute sich dann doch: Nur um einen Zentimeter verpasste Sosthene Moguenara eine Medaille. Mit 6,66 Metern landete die 22-Jährige aus Wattenscheid auf dem vierten Platz hinter der Norwegerin Margrethe Renström. „Ich bin mit dem Ziel "Unter die ersten Acht" gekommen. Jetzt bin ich überglücklich“, sagte sie. Europameisterin wurde überraschend die Französin Éloyse Lesueur mit 6,81 Metern.

In Abwesenheit der deutschen Rekordhalterin Ariane Friedrich, die wegen Magenproblemen bei der Qualifikation fehlte, kürte sich die Spanierin Ruth Beitia mit 1,97 Metern zur Hochsprung-Europameisterin. Der DLV hat unterdessen über eine mögliche olympische Härtefall-Ausnahme für Friedrich noch nicht entschieden. „Es ist dafür noch zu früh. Sie wird am Sonntag noch im schwäbischen Eberstadt springen“, sagte Günther Lohre, Vizepräsident Leistungssport. „Es könnte aber einen Antrag geben.“

dpa

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