Umfrage zur Handball-EM: Spieler aus der Region tippen auf dänischen Sieg

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Machte vor zwei Jahren mit Wetzlar beim Sparkassencup in Bad Hersfeld Station: Torwart Andreas Wolf, der hier auf dem Foto seine Gelengikkeit unter Beweis stellt.

Handball-Spieler aus der Region fiebern mit der deutschen Nationalmannschaft, die heute um 18.15 Uhr bei der Europameisterschaft in Polen um den Einzug ins Halbfinale kämpft. Aber nur wenige trauen dem deutschen Team gegen die Dänen einen Sieg zu - eine Umfrage.

Christian Rohde

Neuzugang Christian Rohde vom TV Hersfeld hat alle Spiele der deutschen Mannschaft gesehen und ist voll des Lobes über das bisherige Abschneiden. „Das waren durchweg definitiv starke Leistungen“, sagt der Rückraumspieler. Die Mannschaft sei trotz ihres jugendlichen Alters körperlich und taktisch in überragender Form: „Riesengroßes Kompliment an Bundestrainer Dagur Sigurdsson.“

Benjamin Heer

Rohde kennt sogar mit Simon Ernst einen Spieler aus dem aktuellen Kader: „Wir haben uns bei einem Jugendturnier in Wermelskirchen kennengelernt, wo wir mit allen Mannschaften in der Halle übernachtet haben.“ Um die Dänen heute Abend aber zu schlagen, bedarf es einer außergewöhnlich guten Torwartleistung - und einer starken Flügelzange. Die bisher starken Keeper Andreas Wolf und Carsten Lichtlein werden im Fokus stehen. Rohde erwartet heute Abend aufgrund der Verletzungen von Weinhold und Dissinger aber keinen Sieg: „Weil sich die Zahl der Ausfälle auf fünf erhöht hat denke ich mal, wird es nicht reichen. Sein Tipp: 26:23 für Dänemark.

Bedingt durch Einsätze als Diskjockey beim Karneval hat Benjamin Heer, Rückraumspieler der Werra WHO, nur ein Spiel der deutschen Mannschaft bei der EM sehen können. „Dass sie soweit kommen, damit habe ich nicht gerechnet“, sagt er.

Tomas Pankiewic

Trotz der Ausfälle ist er optimistisch: „Wenn ich wetten könnte, würde ich auf sie setzen. aber es wird knapp“ Leider wird er und seine Teamkollegen von der WHO das Spiel nicht sehen können. „Das wird eng für uns, wir haben Training. Und das können wir schlecht verschieben, denn am Sonntag steht das Derby in Schenklengsfeld für uns auf dem Programm.“ Sein Tipp: 28:27 für Deutschland.

„Sehr gut, überraschend gut“, sagt Tomas Pankiewicz zum bisherigen Abschneiden der deutschen Mannschaft. Der Torwart des Landesligisten TG Rotenburg findet es mutig, einem so jungen Team das Vertrauen zu schenken und ist sicher: „Mit diesen Jungs kann man was aufbauen.“ Die Stärken sieht er in der Abwehr: „Das passt richtig gut. Die spielen einen genialen Innenblock.“ Der TGR-Schlussmann streicht auch die Leistungen der beiden Keeper Andreas Wolff und Carsten Lichtlein heraus.

Mit Steffen Weinhold und Christian Dissinger hätte Tomas Pankiewicz dem Team von Trainer Dagur Sigurdsson auch gegen Dänemark einen Sieg zugetraut. So aber glaubt er, dass die Skandinavier sich als einen Tick zu stark erweisen werden. Sein Tipp: 28:26 für Dänemark.

Johanna Drewer

Live im Fernsehen anschauen kann er sich das Spiel nicht. Er wird zu dieser Zeit auf dem Heimweg von seiner Arbeit im Zug sitzen.Wenn er zu Hause ankommt, kann er sich von Johanna Drewer fachlich fundiert schildern lassen, wie es gelaufen ist. Denn seine Freundin spielt auch Handball. Sie steht im Team des Bezirksoberligisten FSG Waldhessen. Und sie ist ebenfalls vom EM-Bazillus infiziert: „Ich finde es sehr gut, dass diese junge Mannschaft mit diesen tollen Leistungen so weit gekommen ist. Alle durch die Reihe haben ihre Chance ergriffen.“

Sie hat zwar darauf gewettet, dass Sigurdssons Team die erste Gruppenphase übersteht, aber dass es so gut läuft, hat ihre Erwartungen übertroffen: „Jugend forscht hat sich durchgesetzt.“ Natürlich drückt Johanna Drewer die Daumen, dass es jetzt, wo Weinhold und Dissinger ausfallen, trotzdem mit dem Halbfinaleinzug klappt. Aber sie ahnt: „Es wird schwer, diese Lücken gegen die starken Dänen zu schließen.“ Ihr Tipp: 29:26 für Dänemark.

Von Hartmut Wenzel und Thomas Walger

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