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Nach 18. Meisterschaft: Milan strebt nach Höherem

Nach 18. Meisterschaft: Milan strebt nach Höherem

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Rom - Mit dem 18. Scudetto hat der AC Mailand mit dem verhassten Lokalrivalen Inter gleichgezogen. Klubchef Silvio Berlusconi kündigte den Angriff auf Europas Krone an.

© dpa

Coach Massimiliano Allegri lässt sich feiern

Die Spieler um Mark van Bommel und Kevin Boateng feierten ausgelassen mit riesigen Champus-Flaschen das Ende der siebenjährigen Durststrecke, als Klubchef Silvio Berlusconi schon an den nächsten Coup des AC Mailand dachte: „Nun gilt es, auch in der Champions League zu gewinnen“, sagte der Patron nach dem 0:0 beim AS Rom, das Milan zwei Spiele vor Saisonende in der Serie A den 18. Scudetto brachte. Vor der Rückkehr auf Europas Thron winkt den Rossoneri allerdings noch das erste Double der Vereinsgeschichte.

Weil Milan am Dienstag zum Halbfinal-Rückspiel im italienischen Pokal bei US Palermo antreten muss (Hinspiel: 2:2), bremste Erfolgscoach Massimiliano Allegri seine Partylöwen am Abend etwas ein: Für Sonntagmorgen hatte er ein Training angesetzt. Milan blieb außerdem in Rom, um von dort aus nach Palermo zu reisen. „Es ist eine große Befriedigung, in meiner ersten Saison hier den Titel zu gewinnen“, sagte Allegri, dessen Verpflichtung von Cagliari Calcio im Sommer als Wagnis galt: „Schade, dass wir jetzt nicht in Mailand sind.“

Dort machten die Tifosi auf dem Domplatz die Nacht zum Tag. Rivale Inter, der in den letzten fünf Jahren triumphiert hatte, wurde mit Schmähgesängen verhöhnt. „Einer musste Inter ja endlich mal den Titel entreißen - und das konnte nur Milan tun“, sagte Adriano Galliani. Der Geschäftsführer soll die Mannschaft nun verstärken, um Berlusconis Wünsche zu erfüllen. Der Boss hat Transfers angekündigt, sein Traumspieler ist Cristiano Ronaldo. „Aber das wird schwierig, weil Real Madrid ihn wohl nicht gehen lassen will“, sagte Galliani.

Der glatzköpfige Manager gilt neben Allegri als Architekt des Erfolgs. Mit Boateng, Zlatan Ibrahimovic und Robinho sowie im Winter van Bommel von Bayern München und Antonio Cassano hat Galliani Spieler geholt, die großen Anteil am Erfolg hatten. „Diese Jungs haben so viele Titel gewonnen, aber sie waren so professionell und haben für die Gruppe gerabeitet. Deshalb sind wir Meister geworden“, lobte Allegri die Neuen. Die Gazzetta dello Sport nannte Boateng und van Bommel zwei von „sieben entscheidenden“ Spielern. Nicht dabei war U19-Nationalspieler Alexander Merkel, der aber immerhin sechs Spiele bestritt.

„Ich danke Dottore Galliani, der mich zu diesem Klub geholt hat“, sagte van Bommel, den Trainer Louis van Gaal im Winter vom Bayern-Hof gejagt hatte. Der Niederländer hat jetzt vier Meisterschaften in vier Ländern gewonnen, Boateng dagegen erlebte eine Premiere. „Es ist schwer, Worte dafür zu finden. Es ist unglaublich. Ich widme den Titel meiner Frau und meinem Sohn“, sagte er, ehe er „ein paar Drinks“ für die Nacht ankündigte. Höhepunkt der Party aber war der Kuss von Mittelfeldspieler Pato für Berlusconis Tochter Barbara.

Um in der Königsklasse tatsächlich erstmals seit 2007 erfolgreich sein zu können, muss Galliani den alten Kader jedoch weiter verjüngen. „Der Präsident hat uns Geschenke angekündigt“, sagte Allegri über mögliche Zugänge. Von den Spielern wurde der Coach als Erfolgsgarant gefeiert, nach dem Spiel warfen sie ihn mehrfach in die Luft. „Er ist der Magier hinter diesem Erfolg“, lobte Mittelfeld-Veteran Gennaro Gattuso. Allegri will sich mit einer Pilgerreise in den Wallfahrtsort Montenero bedanken - und dort für weitere Erfolge beten.

sid

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