London - Dem FC Chelsea droht nach dem 1:3 im Achtelfinal-Hinspiel beim SSC Neapel das Aus in der Königsklasse und ein erneuter Umbruch. Trainer Andre Villas-Boas gerät mehr und mehr in die Kritik.
Erst kassierte er den nächsten sportlichen Wirkungstreffer, nun hat er auch noch Stress mit den Stars: Trainer Andre Villas-Boas vom FC Chelsea muss nach dem 1:3 in der Champions League beim SSC Neapel um seinen Job kämpfen. Frank Lampard und Ashley Cole werden sich dabei nicht als Fürsprecher des Portugiesen hervortun, beide Stars hatte Villas-Boas im wichtigen Achtelfinal-Hinspiel auf die Bank gesetzt. Die englischen Nationalspieler waren darüber alles andere als „amused“. Keine guten Voraussetzungen, um den Negativtrend umzukehren.
Rund um die Stamford Bridge rumort es. Andre Villas-Boas, der sein Handwerk als Co-Trainer von Meistercoach Jose Mourinho erlernt hat, wird dabei immer mehr zum traurigen Hauptdarsteller. Am Abend vor der Begegnung mit dem SSC Neapel hatte Villas-Boas auf die Talfahrt in der Premier League reagiert und seine Führungsspieler Cole und Lampard zu einem klärenden Gespräch gebeten.
Linksverteidiger Ashley Cole verzichtete dabei laut Informationen der „Sun“ auf die sprichwörtlichen Samthandschuhe und kritisierte Villas-Boas scharf. „Ich bin hierhergekommen, um Trophäen zu gewinnen. Aber das werde ich mit dieser Taktik niemals“, wird Cole zitiert. Den Beweis blieb die Elf der „Blues“ nicht lange schuldig.
Was für seine angeschlagenen Spieler gilt, trifft auch auf Villas-Boas zu. Vor Saison-Beginn wurde er bei seiner Vorstellung als „Mini-Mourinho“ gefeiert, man versprach sich in London „großartige Erfolge auf nationaler Ebene und in europäischen Wettbewerben.“ Nun droht dem 34-Jährigen die Zeit davonzulaufen.
Nur zwei der letzten zehn Spiele konnte Chelsea in der Premier League gewinnen. Ein Aus im Achtelfinale würde den steilen Aufstieg von Villas-Boas wohl per Vollbremsung stoppen, vielleicht aber auch schon eine Niederlage am Samstag gegen die Bolton Wanderers. Die huldigenden Jose-Mourinho-Gesänge würden dann wieder auf Platz eins der Hitliste an der Stamford Bridge klettern.
Der frühere Blues-Trainer befindet sich mit Real Madrid derzeit am anderen Ende des Stimmungsbarometers. Zwar musste Real in der Endphase bei ZSKA Moskau das 1:1 hinnehnehmen, angesichts des Auswärtstreffers von Cristino Ronaldo verdunkelte sich die Miene von Coach Jose Mourinho aber nicht allzu sehr: „Wir wollten hier gewinnen, aber ein 1:1 auswärts ist ein positives Resultat. Das ist kein Drama.“
In der Liga hat Real die 32. Meisterschaft vor Augen und auch in der Königsklasse läuft alles nach Plan. Dazu trägt neben Mesut Özil auch vermehrt wieder Sami Khedira bei. Beide Nationalspieler standen im kalten Moskau in der Anfangsformation. „Für die wichtigen Spiele ist Khedira neben Xabi Alonso im Mittelfeld gesetzt. Er enttäuscht einfach nie“, schrieb die spanische Zeitung Marca.
Rechtzeitig zur entscheidenden Saisonphase hat Khedira seine Knöchelverletzung überwunden und darf im Gegensatz zum ehemaligen Dortmunder Meisterspieler Nuri Sahin im Titelrennen mitwirken. Sahin hat im Jahr 2012 noch nicht eine Minute auf dem Platz gestanden. Seinen letzten Pflichtspieleinsatz hatte der Deutsch-Türke am 21. Dezember - im Pokal gegen den Drittligisten Ponferradina.
sid
Rubriklistenbild: © dapd


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