Kassel/Bremerhaven. Am Sonntag beginnt um 18.30 Uhr in der Kasseler Eissporthalle das Eishockey-Pokalspiel der ersten Runde zwischen dem Oberligisten Kassel Huskies und dem Zweitligisten Fischtown Pinguins aus Bremerhaven.

Engagiert an der Bande: Bremerhaven ist für Gunnar Leidborg die 13. Trainerstation. Archivbild: Meyer/nh
Herr Leidborg, bitte denken Sie neun Jahre zurück. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Kassel?
Gunnar Leidborg: Zuerst denke ich an die Fans. Das sind sehr kundige Eishockeyfans. Sie stehen zu ihrer Mannschaft und behandeln die Gegner trotzdem sehr fair. Zudem habe ich in Kassel erfolgreich gearbeitet. Wir sind zwar im Playoff-Viertelfinale gegen die Kölner Haie ausgeschieden, aber es war sogar mehr drin. Stephane Robitaille und Sven Valenti waren schon damals wichtige Spieler für die Huskies.
Gibt es auch Vorkommnisse, an die Sie ungern zurückdenken?
Leidborg: Es war von Anfang an klar, dass ich nur ein Jahr bleiben konnte, denn die Huskies waren sich für die folgende Saison schon mit Axel Kammerer einig geworden. Nur mir war das nicht klar, denn Manager Joe Gibbs und Eigner Simon Kimm haben es versäumt, mir reinen Wein einzuschenken. Ich habe dann zufällig und nebenbei von dieser Vereinbarung erfahren. Kein guter Stil.
Blicken wir voraus. Dürfen sich die Huskies als Oberligist gegen Ihre Zweitliga-Mannschaft eine Chance ausrechnen?
Leidborg: Natürlich. Ich will jetzt gar nichts über die eigenen Gesetze von Pokalspielen sagen, aber ich glaube, dass die Huskies eine ganz starke Mannschaft haben. Besonders gespannt bin ich auf Alex Heinrich, den ich aus unseren gemeinsamen Zeiten beim ETC Crimmitschau sehr gut kenne.
Sie sind - zunächst als Torwart und später als Trainer - seit fast 40 Jahren Eishockeyprofi. Denken Sie manchmal an das Ende Ihrer Karriere?
Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf besonders?
Leidborg: Man kann nichts planen, trifft interessante Menschen und ist erfolgreich, wenn man dazu beigetragen hat, dass sich junge Spieler weiterentwickeln. Natürlich sollte ein Trainer manchmal auch gewinnen.
Als Trainer haben Sie bereits für mehrere deutsche Klubs gearbeitet. Warum bevorzugen Sie deutsche Mannschaften?
Leidborg: Meine Frau kommt aus Schwenningen, und in Deutschland bin ich etablierter als beispielsweise in Schweden oder Dänemark, wo ich auch schon gearbeitet habe. Jeder hat seinen Markt und meiner ist derzeit die 2. Liga in Deutschland.
Ist es denkbar, dass Sie nochmal in die DEL zurückkehren?
Leidborg: Natürlich würde ich gern wieder in der DEL arbeiten. Dort sind zwar viele fertige Spieler aktiv, aber es ist die 1. Liga. Allerdings scheinen die Klubs nordamerikanische Trainer zu bevorzugen.
Wie verbringen Sie Ihre Zeit außerhalb der Eishalle?
Leidborg: Ich habe drei Hunde, mit denen ich pro Tag zwei lange Spaziergänge mache. Zudem spiele ich gern Golf. Und schließlich bin ich Fahrer unseres 15-jährigen Sohnes Colin, der in Bremerhavens Junioren-Mannschaft Eishockey spielt.
Ihr ältester Sohn ist 34, Ihr jüngster 15. Haben Sie als Vater unterschiedliche Rollen gespielt?
Leidborg: Als junger Vater hatte ich mehr Energie, später mehr Erfahrung, aber Kinder hören sowieso nicht auf Ihre Eltern. Gut finde ich, dass noch keiner meiner vier Söhne eigene Kinder hat. So nennt mich wenigstens niemand Opa.
GUNNAR LEIDBORG (56) wurde in Stockholm geboren. Er ist in zweiter Ehe mit Andrea aus Schwenningen verheiratet und hat vier Kinder zwischen 34 und 15 Jahren. Leidborg hütete zwischen 1972 und 1986 das Tor von AIK Stockholm und wurde 1982 und 1984 schwedischer Meister.
Der Torwart bestritt 25 Länderspiele für Schweden. Stationen als Trainer: Lustenau (Österreich), Schwenningen, Augsburg, Lugano, Stockholm, Augsburg, Oberhausen, Berlin Capitals, Kassel Huskies, Hannover Scorpions, Crimmitschau, Nordsjäland (Dänemark), Bremerhaven
Quelle: HNA Online


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