Schwarz-gelbe Mehrheit für Wulff schrumpft

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Bei der Wahl des Bundespräsidenten schrumpft der Vorsprung für Christian Wulff (CDU).

Dresden - Die schwarz-gelbe Mehrheit für Christian Wulff bei der Wahl des Bundespräsidenten am 30. Juni ist geschrumpft. Denn: Die Christdemokraten bekommen weniger Stimmen als bislang erwartet.

Überraschend konnte die CDU in Sachsen und Bremen bei Wahlen der Ländervertreter für die Bundesversammlung am Mittwoch nicht alle ihrer rechnerisch möglichen Wahlmänner und -frauen aufstellen. Trotzdem haben Union und FDP für ihren Kandidaten Christian Wulff (CDU) immer noch einen Vorsprung von mindestens 18 (bisher 21) Stimmen. Der rot-grüne Kandidat Joachim Gauck hätte auch nur dann eine Chance, wenn die Linke ihn mitwählt. Deren Kandidatin Luc Jochimsen schloss das in einem Interview aber aus.

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In der Bevölkerung stoßen die koalitionsinternen Streitereien zwischen Union und FDP laut einer Umfrage weiterhin auf Ablehnung. Nach dem Forsa-Wahltrend von “Stern“ und RTL käme die schwarz-gelbe Regierung derzeit gemeinsam auf nur 37 Prozent. Seit der Bundestagswahl vor knapp neun Monaten hat sie damit rund 11 Prozentpunkte eingebüßt. Auf dasselbe Ergebnis kam der ARD- “Deutschlandtrend“-Extra. Vor allem die FDP steckt im Tief. Laut ARD liegt sie inzwischen nur noch bei 5 Prozent.

Auch die Zufriedenheit mit der schwarz-gelben Regierung ist auf einem neuen Tiefpunkt angelangt. Nach der ARD-Umfrage sind nur noch 12 Prozent der Deutschen mit der Arbeit der Koalition zufrieden. So negativ wurde eine Bundesregierung der ARD zufolge zuletzt im März 2004 bewertet. Damals regierte Rot-Grün.

Bei der Wahl der Ländervertreter für die Bundesversammlung erhielt die CDU im sächsischen Landtag für ihre Liste weniger Stimmen als Unionspolitiker anwesend waren. Die gemeinsame Liste von SPD und Grünen bekam dafür mehr Stimmen als beide Fraktionen Sitze haben. Damit kann der rot-grüne Kandidat Gauck aus Sachsen mit zwei zusätzlichen Stimmen rechnen. In Bremen ging der CDU ein Wahlvertreter verloren, weil SPD, Grünen und FDP kooperierten.

Joachim Gauck: Der Kandidat im Porträt

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Bremens FDP-Landeschef Oliver Möllenstädt kündigte an, er werde für den rot-grünen Bundespräsidentenkandidaten Joachim Gauck und gegen den Kandidaten von Union und FDP, Christian Wulff, stimmen.

Die Deutschen favorisieren nach Umfragen weiterhin mit knapper Mehrheit den 70-jährigen Gauck. Könnten sie das Staatsoberhaupt direkt wählen, würden sich nach einer Umfrage des Magazins “Stern“ 41 Prozent für den früheren Chef der Stasi-Unterlagenbehörde entscheiden. Nach einem ARD-“Deutschlandtrend“-Extra käme er auf 43 Prozent (plus 3 Punkte im Vergleich zur Vorwoche).

Der 50-jährige Wulff kommt in der ARD-Umfrage auf 37 Prozent (plus 6 Punkte) und in der Erhebung für den “Stern“ auf 35 Prozent. Die Kandidatin der Linkspartei, Luc Jochimsen (74), dürfte nach den Umfragen bei der Wahl so gut wie keine Rolle spielen. Im “Deutschlandtrend“ kommt sie derzeit nur auf 2 Prozent (minus 1), auch der “Stern“ sieht sie mit 3 Prozent weit abgeschlagen.

Gauck sagte nach einer Vorstellung im Berliner Abgeordnetenhaus am Mittwoch, seine Kandidatur sei “ein Angebot, das Verhältnis zwischen Regierenden und Regierten zu verbessern“. Es wäre ihm lieber gewesen, wenn er auch von CDU und FDP mitnominiert worden wäre. Er sei kein “Promoter“ für Rot-Grün.

Jochimsen glaubt an einen klaren Sieg von Wulff. Der niedersächsische Ministerpräsident werde schon im ersten Wahlgang gewinnen, sagte sie dem “Hamburger Abendblatt“ (Donnerstag). Die Wahlleute der Linken würden weder für Wulff noch für Gauck stimmen - auch nicht in einem möglichen dritten Wahlgang. “Gauck und Wulff sind für die Linke nicht wählbar.“ Der DDR-Bürgerrechtler Gauck halte die Linke für überflüssig. Jochimsen: “Gauck ist nicht versöhnlich.“

dpa

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