"Stuttgart 21"-Bauzaun kommt ins Museum

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Mitarbeiter des Hauses der Geschichte in Stuttgart nehmen am Donnerstag (02.12.2010) am Bauzaun vor dem Hauptbahnhof in Stuttgart die Protestplakate ab, um sie für eine Ausstellung im Haus der Geschichte zu konservieren.

Stuttgart - Der Zaun um die “Stuttgart 21“-Baustelle am Nordflügel des Hauptbahnhofs wird seit Donnerstag für eine Museumsausstellung abgebaut. Das bedeutet aber nicht, dass der Nordflügel nun wieder frei zugänglich ist.

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Der Zaun solle im Haus der Geschichte Baden-Württemberg restauriert und im Laufe des nächsten Jahres ausgestellt werden, sagte Museumsleiter Thomas Schnabel in Stuttgart. Der Bauzaun wird voraussichtlich bis Freitag demontiert und durch einen neuen ersetzt. Die Absperrung war im August aufgestellt worden, bevor mit den Abrissarbeiten des Nordflügels des Hauptbahnhofs begonnen worden war. An den Zaun hatten Bürger Zettel und Plakate mit Parolen, Bildern und Karikaturen gehängt, auf denen sie das Bahnprojekt kommentierten.

Der Ankauf sowie die Kosten für Abbau und Transport des rund 125 Meter langen Zauns belaufen sich nach Angaben des Museumsleiters auf rund 30.000 Euro. Wie teuer die Konservierung der rund 3.500 Zettel und Plakate von den Demonstranten werde, sei noch unklar, sagte Schnabel.

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Aus Sicht Schnabels ist die Tatsache, dass der Bauzaun nun ins Haus der Geschichte kommt, das einzige Ergebnis der Schlichtung, das zwischen Befürwortern und Gegner des Projekts unstrittig ist.

Vertreter der Befürworter- und Gegnerseite des Bahnprojekts begrüßten die Bewahrung des Zaunes als Symbol für den Streit um “Stuttgart 21“. Der Sprecher für das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm, Udo Andriof, sagte, es sei ein Zeichen für den guten Umgang miteinander, dass der Zaun nun ins Museum komme. Die Landesvorsitzende der Umweltschutzorganisation BUND und Gegnervertreterin bei der Schlichtung, Brigitte Dahlbender, fügte hinzu, der Zaun sei ein Sinnbild für die gesamte Bandbreite des Protests.

dapd

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