Anklage gegen Informatiker

Spion versteckte Nato-Daten in Apfelkompott

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Der US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein

Karlsruhe - Ein Informatiker soll einem Bericht zufolge geheime Nato-Daten auf extrem kreative Weise aus dem US-Stützpunkt Ramstein ausgeschleust haben. Vergangenes Jahr flog der Spion jedoch auf.

Ein Nato-Mitarbeiter soll geheime Militärinformationen auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein ausspioniert haben - die Bundesanwaltschaft hat nun laut "Focus" Anklage erhoben. Dem Informatiker aus Rheinland-Pfalz werde Landesverrat von Staatsgeheimnissen vorgeworfen, berichtete das Magazin am Freitag in seiner Online-Ausgabe. Die Anklage sei beim Oberlandesgericht (OLG) Koblenz eingetroffen. Die Bundesanwaltschaft und das OLG wollten sich am Freitag nicht dazu äußern.

„Über etwaige Anklageerhebungen unterrichtet die Bundesanwaltschaft die Öffentlichkeit entsprechend den Richtlinien für das Strafverfahren grundsätzlich erst nach Zustellung der betreffenden Anklageschrift an den Angeschuldigten“, teilte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.

Der Zivilangestellte der Nato war im August in seinem Pfälzer Wohnort vom rheinland-pfälzischen Landeskriminalamt festgenommen worden. Er wird "Focus"-Informationen zufolge beschuldigt, über zehn Jahre hinweg streng geheime Krisenreaktionspläne der Nato und weltweite Luftlandeoperationen der USA auf in mit Apfelkompott gefüllten Einweckgläsern versteckten USB-Sticks ausgeschleust zu haben. Anschließend soll er sie dem Bericht zufolge für viel Geld weiterverkauft haben - an wen ist jedoch unklar.

Aufgeflogen war der Spion angeblich wegen millionenschweren Tarnkonten in Luxemburg und London. Die Airbase in Ramstein ist der größte Stützpunkt der US-Luftwaffe außerhalb der Vereinigten Staaten.

mm/dpa

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