G20 in Seoul: Extreme Sicherheitsvorkehrungen

Seoul - Die Ausrichtung des G20-Gipfeltreffens im November in Seoul wird für die südkoreanische Polizei zu ihrer bisher größten Sicherheitsoperation. Die Verantwortlichen rechnen mit gewalttätigen Aktionen.

Für das Ereignis würden 50 000 Beamte mobilisiert, sagte Polizeichef Cho Hyun Oh am Montag in Seoul. Südkorea stelle sich auf gewalttätige Proteste gegen das Treffen der Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industrie- und Schwellenländer ein. Cho wies zudem auf mögliche Gefahren durch das kommunistische Nordkorea und den internationalen Terrorismus hin. Ob es konkrete Hinweise auf Anschläge gebe, sagte er nicht.

Zum G20-Gipfel am 11. und 12. November werden 32 Staats- und Regierungschefs erwartet. Landesweit würden sämtliche Polizeikräfte schrittweise in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, sagte Cho. Die Polizei arbeite mit den Streitkräften des Landes, Interpol und ausländischen Geheimdiensten zusammen, um die Konferenzteilnehmer zu schützen. Ausländern, die durch “radikales, gewalttätiges“ Verhalten bei Protestkundgebungen aufgefallen seien, würden an der Einreise ins Land gehindert.

Im Umkreis des Veranstaltungsorts im Süden von Seoul werde unter anderem eine zwei Kilometer große Sicherheitszone eingerichtet. Ein Sondergesetz werde für die Zeit des G20-Gipfels in Kraft treten, das eine Beschränkung der Proteste innerhalb dieser Zone vorsehe.

“Der internationale Terrorismus hat zuletzt zugenommen und Risiken bezüglich Nordkorea bleiben bestehen“, sagte Polizeichef Cho. “Wir müssen uns der Situation in Nordkorea immer bewusst sein und wir müssen deswegen auf der Hut sein.“ Cho verwies in diesem Zusammenhang auf die erhöhten Spannungen mit Nordkorea wegen des Konflikts um ein versenktes südkoreanisches Kriegsschiff. Südkorea macht den Norden für den Vorfall verantwortlich, bei dem im März 46 Seeleute getötet wurden. Nordkorea bestreitet eine Verwicklung.

dpa

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