Schmidt lacht über Merkels Finanzpolitik

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Altkanzler Helmut Schmidt.

Berlin - Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) hält die Finanzmarktpolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) “zum Schieflachen“.

Merkels Versuch, mit dem Verbot sogenannter Leerverkäufe globale Spekulationsgeschäfte einzudämmen, sei sinnlos, da die Geschäfte dann außerhalb von Deutschland getätigt würden, sagte der 91-Jährige dem Magazin “Cicero“ (Juliausgabe).

“Ich hoffe, dass sie weiß, dass es Unfug und wirkungslos ist“, sagte Schmidt. Auf dem G20-Gipfel am Wochenende in Kanada will Merkel für eine schärfere Finanzmarktregulierung werben. Schmidt warf der schwarz-gelben Bundesregierung zudem “einen Hang zur wilhelminischen Großspurigkeit“ vor.

Die Art und Weise, wie sie in den letzten Monaten mit den Franzosen umgegangen sei, bezeichnete Schmidt als töricht. Zwischen Deutschland und Frankreich gab es Differenzen in der Frage, ob die EU-Staaten ihre Wirtschaftspolitik stärker miteinander abstimmen müssen. Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wiesen offiziell aber Berichte über starke Verstimmungen im deutsch-französischen Verhältnis zurück.

Scharfe Kritik übte Schmidt, der von 1974 bis 1982 Kanzler war, auch an der Erweiterung der Europäischen Union auf 27 Staaten. “Es ist so klar wie dicke Tinte, dass dies nicht funktionieren kann.“ Die Kommission in Brüssel mit 27 Kommissaren sei ein “Aberwitz“. “Jeder Kommissar hat noch 1000 Leute unter sich. Das ist absoluter Unfug.“

dpa

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