Putin bei Militärparade

Russland feiert Ende der Nazidiktatur

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Wladimir Putin bei der Militärparade, um das Ende der Nazidiktatur zu feiern.

Moskau - Interkontinentalraketen, strategische Bomber, Tausende Soldaten: Mit einer Machtdemonstration gedenkt Russland des Sieges über Nazi-Deutschland 1945.

Russland hat 68 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit einer gewaltigen Militärparade auf dem Roten Platz den Sieg über Hitler-Deutschland gefeiert. Zugleich gedachte das Land seiner Millionen Todesopfer. Die Sowjetarmee habe damals mit beispiellosem Heldenmut die blutigen faschistischen Pläne einer Weltherrschaft verhindert, sagte Präsident Wladimir Putin am Donnerstag in Moskau. „Ihre Opfer sind mit nichts zu vergleichen“, betonte Putin als Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

Vor rund 11 000 Soldaten nahm auch Regierungschef Dmitri Medwedew an der gut einstündigen Gedenkfeier vor den Kremlmauern teil. Die Parade gilt auch als Nabelschau des russischen Militärs. Schwere Kriegstechnik wie die atomar bestückbare Interkontinentalrakete Topol-M rollte am Kreml, dem russischen Machtzentrum, vorbei. Strategische Bomber wie die Tupolew Tu-160, das als größtes Kampfflugzeug der Welt gilt, donnerten in nur 300 Metern Höhe über die berühmte Basilius-Kathedrale mit ihren markanten Zwiebeltürmen hinweg.

Bei der Beendigung des Zweiten Weltkriegs habe die Sowjetunion eine entscheidende Rolle eingenommen, sagte Putin. „Unsere Soldaten haben nicht nur ihre Heimat beschützt, sondern auch Europa befreit“, betonte der Kremlchef. „Russland wird alles tun, damit es niemand mehr wagt, einen Krieg zu entfesseln“, sagte der 60-Jährige.

Das Staatsfernsehen übertrug die Veranstaltung live. Tausende Ehrengäste, darunter ausländische Diplomaten und auch rund 1800 Veteranen, verfolgten die Parade von einer Tribüne aus. Spezialflugzeuge vertrieben die Wolken über Moskau. Russland hatte die Feiern im sowjetischen Stil 2008 wieder aufgenommen. Auch in anderen Ex-Sowjetrepubliken wurde gefeiert.

Schätzungen zufolge wurden im „Großen Vaterländischen Krieg“ zwischen 1941 und 1945 insgesamt etwa 26,6 Millionen Sowjetbürger getötet, darunter 8,7 Millionen Soldaten. Damit beklagte die UdSSR mehr Opfer als jedes andere Land. Nach aktuellen Angaben leben im größten Land der Erde noch etwa drei Millionen Veteranen - oft unter erbärmlichen Umständen. Veteranenverbände klagen über mangelnde Sozialleistungen, auch versprochene Wohnungen fehlten.

Dass Russland den Sieg über Hitler einen Tag später als die Westalliierten feiert, liegt an der Zeitverschiebung. Der Beginn der Waffenruhe war 1945 auf den 8. Mai um 23.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit festgelegt worden. In Moskau war es da 1.00 Uhr - am 9. Mai.

dpa

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