Reporter ohne Grenzen: Viele Übergriffe in Kairo

Berlin - Das internationale Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) hat die Übergriffe gegen Journalisten bei den Unruhen in Kairo scharf verurteilt.

Mindestens 60 Journalisten, die über die aktuellen Ereignisse in Ägypten berichtet haben, seien seit dem 2. Februar festgenommen worden, heißt es in einer am Freitag in Berlin verbreiteten Erklärung. Acht von ihnen würden offenbar noch immer festgehalten. Rund 70 Journalisten seien bislang körperlich angegriffen oder bedroht worden. Zudem seien mehrere Büros von Medien überfallen, Ausrüstungen wie Kameras und Material konfisziert oder zerstört worden.

Unruhen: Zehntausende protestieren in Kairo

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In erster Linie hätten Anhänger der Mubarak-Regierung regelrecht Jagd auf Mitarbeiter internationaler Medien in Kairo gemacht. Vor allem Fernsehteams und Fotografen seien Ziel von Angriffen, Drohungen und Behinderungen.

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Unterstützter und Mitarbeiter von Reporter ohne Grenzen demonstrierten den Angaben nach am Freitag vor der ägyptischen Botschaft in Paris gegen die aktuelle systematische Gewalt gegen Medienmitarbeiter in dem nordostafrikanischen Land. ROG-Generalsekretär Jean-François Julliard sprach am Rande der Protestkundgebung von einer “alarmierenden Situation mit ständigen Schikanen, die darauf abzielen, Berichterstattung zu unterdrücken und Kairo von Journalisten freizumachen“. Diese Situation sei untragbar, die unvergleichliche Hass- und Gewaltkampagne gegen Journalisten müsse sofort ein Ende finden.

Unter den festgenommenen Journalisten waren nach ROG vorliegenden Informationen auch vier Mitarbeiter deutscher Medien: Eine französische Mitarbeiterin sowie ein ägyptischer Mitarbeiter der Deutschen Welle, die am Freitagmorgen festgenommen wurden, seien am Nachmittag wieder freigelassen worden. Das gleiche gelte für eine Mitarbeiterin des deutsch-französischen Fernsehkanals Arte und ihren ägyptischen Assistenten. Eine Mitarbeiterin des ZDF und der “New York Times“, die am 2. Februar festgenommen wurde, kam am Donnerstag wieder frei.

dapd

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